AMD Ryzen ganz einfach übertakten mit AMD Ryzen Master!

Hauke R12. Mai, 2017 - 4 min Lesezeit

Update:

Wir haben diesen Ratgeber für euch geupdated (Stand 10/2020). Mit dem Erscheinen der neuen Ryzen-5000-Serie werden wieder einige Neuerungen im Tool eingeführt. Wir werden den Blog-Beitrag entsprechend ergänzen und uns auch dem CCX-OC der Ryzen-3000-Serie widmen.

AMD Ryzen Master Utility for Overclocking Control

AMD Ryzen Logo Die AMD Ryzen Master Utility for Overclocking Control, oder kurz Ryzen Master (externer Download-Link), ist ein Programm, mit dessen Hilfe die neuen AMD Ryzen CPUs schnell und ganz einfach Übertaktet werden können. Während Overclocking normalerweise im BIOS/UEFI erfolgt, kann mit Hilfe von Ryzen Master direkt im Betriebssystem übertaktet werden.

AMDs Ryzen Master kann für alle Ryzen-CPUs verwendet werden, da diese alle über einen sogenannten “freien Multiplikator” verfügen. Die Taktrate eines Prozessors ergibt sich aus dem Baseclock (BCLK), der mit einem als Multiplikator bekannten Faktor multipliziert wird. Bei einem standardmäßigen BCLK von 100 MHz und einem Multiplikator von 40 ergeben sich so zum Beispiel die 4,0 GHz Boost-Takt eines Ryzen 7 1800X.

Bei einem Prozessor ohne offenen Multiplikator wäre hier Ende der Fahnenstange und die maximale Leistung der CPU erreicht. Bei CPUs mit offenem Multiplikator kann dieser über die Software geändert werden und es ist noch mehr Leistung aus einer CPU herauskitzelbar. Wird der offene Multiplikator manuell erhöht, spricht man vom “Übertakten”, oder auch “Overclocking”.

Ryzen Master OC-Tool (Quelle: AMD)

Normalerweise erfolgt das Übertakten im BIOS/UEFI des Mainboards. Nach dem Verändern des Multiplikators wird das System mit dem Overclock gestartet und nun kann die Stabilität des neuen Boostclocks getestet werden. Dies Bedarf zum Teil mehrerer Neustarts, da für jede Anpassung der PC neu gebootet werden muss. Mit Ryzen Master können diese Veränderungen direkt im Betriebssystem vorgenommen und getestet werden, sodass der Prozess des Übertaktens vereinfacht wird.

Um eine Ryzen-CPU mit der AMD Ryzen Master Utility for Overclocking Control übertakten zu können, müssen folgende Punkte beachtet werden:

  • Es muss ein Mainboard mit X370- oder B350-Chipsatz vorhanden sein
  • Die Ryzen-CPU muss gut gekühlt werden
  • Zur Nutzung des Tools muss HPET in Windows 10 aktiviert sein
  • Der Energiesparmodus muss auf “Höchstleistung” eingestellt werden
  • Es empfiehlt sich, das User-Manual von Ryzen Master zu lesen
  • Achtung: Das Übertakten führt zum Garantieverlust!

Wie funktioniert AMDs Ryzen Master?

Die Benutzeroberfläche von Ryzen Master ist sehr intuitiv und weist Ähnlichkeiten zu AMDs WattMan-Tool zum Übertakten von Grafikkarten auf. Die CPU-Taktraten können für jeden Kern einzeln in 25 MHz-Schritten definiert werden und es können sogar Kerne deaktiviert werden, um höhere Taktraten bei weniger Kernen zu ermöglichen. Ab einer gewissen Taktrate muss zudem die Spannungsversorgung angepasst werden. Diese sollte aber 1,4 Volt auf keinen Fall überschreiten. Die Änderungen werden aktiv, sobald man die Schaltfläche “Übernehmen” anklickt und es können bis zu vier OC-Profile gespeichert werden.

Ryzen Master Übersicht (Quelle: AMD)

Neben dem Anpassen von Taktrate und Spannungsversorgung bietet Ryzen Master die Möglichkeit zur Übertaktung des Arbeitsspeichers und erlaubt eine Überwachung der Temperatur. Da durch das Erhöhen der Spannungsversorgung mehr Wärme entsteht, wird die TDP (in Watt) eines Prozessors überschritten, sodass eine gute Kühlung der CPU wichtig ist. Beim Übertakten für den Alltagsgebrauch ist eine Wasserkühlung das Maß aller Dinge.

Ryzen Master OC-Profile (Quelle: AMD)

Wenn man seine CPU stabil mit Ryzen Master Übertakten möchte, sollte man Schrittweise vorgehen und zunächst die Taktrate leicht über den normalen maximalen Boost erhöhen. Durch das Anklicken der “Übernehmen”-Schaltfläche wird der neue Takt getestet und übernommen. Mit einem kurzen Stresstest, zum Beispiel mit CPU-Z, kann man die CPU zudem unter Belastung testen. Läuft alles stabil, erhöht man die Taktrate langsam und testet erneut auf Stabilität.

Ryzen Master Temperaturüberwachung (Quelle: AMD)

Ab einem gewissen Punkt wird es notwendig, zusätzlich die Spannungsversorgung langsam zu erhöhen, um die erhöhten Taktraten mit der notwendigen Spannung zu versorgen. Generell sollte auch immer die Temperatur überwacht werden, denn wenn diese zu groß wird, kann es beim Spielen zu abstürzen kommen. Abgesehen von einer Custom-Wasserkühlung empfiehlt sich der Einsatz einer All in One-Wasserkühlung, wobei der Radiator mindestens 240 mm groß sein sollte!

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