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Blog Beitragsbild - RTX GPU Custom VBIOS

RTX Custom-VBIOS ohne Flashen? Was bisher nur mit erheblichen Einschränkungen möglich war, funktioniert jetzt bei zahlreichen NVIDIA-Grafikkarten der RTX-30-, RTX-40- und RTX-50-Serie. 



Mit neuen Open-Source-Tools lassen sich Power-Limits, Spannungsgrenzen und weitere Einstellungen verändern, ohne die originale Firmware zu überschreiben. 

Eine RTX 5080 wurde damit bereits auf ein Power-Limit von 500 Watt angehoben!

Seit Oktober 2026: RTX-Grafikkarten erhalten Custom-VBIOS-Support

Seit Oktober 2026 können Hardware-Enthusiasten ihre NVIDIA-Grafikkarten mit einem modifizierten VBIOS betreiben, ohne dafür den BIOS-Chip der GPU neu beschreiben zu müssen.

Möglich macht das der Entwickler Panchovix, der gleich drei Open-Source-Tools veröffentlicht hat. Sie ermöglichen es, das originale VBIOS auszulesen, eine bearbeitete Kopie zu erstellen und diese anschließend unter Windows oder Linux zu laden.

Das Besondere daran: Die ursprüngliche Firmware bleibt vollständig auf der Grafikkarte erhalten. Das modifizierte VBIOS wird stattdessen über den NVIDIA-Treiber eingebunden.

Unterstützt werden insbesondere drei GPU-Generationen:

  • GeForce RTX 50: Blackwell-Architektur
  • GeForce RTX 40: Ada-Lovelace-Architektur
  • GeForce RTX 30: Ampere-Architektur
  • GeForce RTX 20 und GTX 16: Experimenteller Support für Turing-Grafikkarten

Allerdings wurde das Verfahren bisher nicht auf jedem Modell getestet. Besonders bei älteren Grafikkarten und Laptop-GPUs bestehen noch Einschränkungen.

Wie funktioniert das Custom-VBIOS ohne Flashen?

Normalerweise ist das Video-BIOS einer Grafikkarte auf einem separaten Flash-Speicherchip hinterlegt. Es enthält unter anderem Informationen zu Leistungsaufnahme, Spannungsversorgung, Taktraten und Lüftersteuerung.

Wer diese Parameter dauerhaft verändern wollte, musste bisher ein anderes VBIOS auf die Grafikkarte flashen. Bei aktuellen NVIDIA-GPUs erschweren außerdem kryptografische Signaturen den Einsatz modifizierter Firmware.

Der neue Ansatz umgeht diesen Vorgang: Statt das VBIOS direkt auf der Grafikkarte auszutauschen, wird eine bearbeitete Kopie über den Treiber geladen.

Windows und Linux nutzen unterschiedliche Methoden

Unter Windows verwendet der NVIDIA Windows VBIOS Vix Loader eine Override-Funktion des Grafikkartentreibers. Das modifizierte VBIOS wird in der Windows-Registry hinterlegt und beim Initialisieren der GPU berücksichtigt.

Anschließend wird die Grafikkarte neu gestartet, ohne dass ein vollständiger Windows-Neustart erforderlich sein muss. Der Override bleibt auch nach einem gewöhnlichen Neustart aktiv, bis er wieder entfernt wird.

Unter Linux funktioniert das Verfahren anders. Hier kommen angepasste NVIDIA Open Kernel Modules zum Einsatz, die das modifizierte VBIOS beim Booten über die GSP-Firmware einbinden.

Die originale Firmware auf der Grafikkarte bleibt in beiden Fällen unverändert.

Welche Einstellungen lassen sich am RTX-VBIOS verändern?

Mit dem NVIDIA VBIOS Vix Editor können Nutzer zahlreiche Parameter bearbeiten, die herkömmliche Overclocking-Programme normalerweise nicht oder nur innerhalb festgelegter Grenzen zugänglich machen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Power-Limits: Maximale und teilweise minimale Leistungsaufnahme verändern
  • Spannungsgrenzen: Zulässige GPU-Spannungen und bestimmte Spannungsparameter anpassen
  • GPU- und VRAM-Overclocking: Erlaubte Takt-Offset-Bereiche erweitern
  • Lüftersteuerung: Lüfterkurven, Lüfterkanäle und weitere Parameter bearbeiten
  • Strombegrenzungen: Bestimmte Schutz- und Stromlimits (OCP) verändern

Welche Optionen tatsächlich verfügbar sind, hängt von der GPU-Architektur und dem jeweiligen VBIOS ab. 

Nicht jede Einstellung lässt sich verändern. Beispielsweise werden modifizierte VRAM-Timings über diesen Weg bislang nicht wirksam übernommen.

RTX 5090 mit 800 Watt und RTX 5080 mit 500 Watt getestet

Wie weit sich die bisherigen Herstellergrenzen verschieben lassen, zeigen erste Versuche mit verschiedenen GeForce-Grafikkarten.

Besonders auffällig sind die Ergebnisse bei der RTX 5090 und RTX 5080. Bei einer getesteten RTX 5090 wurde das Power-Limit von 600 auf 800 Watt angehoben. Eine RTX 5080 konnte statt 360 Watt ein Limit von 500 Watt verwenden.

NVIDIA-GrafikkarteUrsprüngliches Power-LimitModifiziertes Power-Limit
GeForce RTX 5090600 W800 W
GeForce RTX 5080360 W500 W
GeForce RTX 5070250 W350 W
GeForce RTX 5060 Ti185 W300 W
GeForce RTX 4090550 W671 W

Die Werte stammen aus dokumentierten Entwickler-Tests mit bestimmten Grafikkarten und VBIOS-Versionen. Sie sind nicht auf sämtliche Custom-Modelle übertragbar.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen einem eingestellten Power-Limit und der tatsächlichen Leistungsaufnahme.

Ein Power-Limit von 800 Watt bedeutet nicht, dass eine RTX 5090 tatsächlich 800 Watt verbraucht oder automatisch mehr FPS liefert. Dafür muss die Grafikkarte die zusätzliche Leistung überhaupt nutzen können. Auch Kühlung, Spannungsversorgung und die Qualität des Grafikchips spielen eine entscheidende Rolle.

Wie kannst du dein eigenes RTX Custom-VBIOS erstellen?

Die drei Tools stehen kostenlos und als Open-Source-Projekte auf GitHub bereit. Um ein eigenes RTX Custom-VBIOS zu erstellen, wird zunächst eine Kopie der bestehenden Grafikkarten-Firmware benötigt.

Unter Windows lässt sich diese beispielsweise mit GPU-Z auslesen und sichern. Anschließend kann die Kopie im VBIOS Vix Editor bearbeitet werden.

Zum Laden kommt abhängig vom Betriebssystem ein separater Loader zum Einsatz.

Die Projekte findest du direkt beim Entwickler:

Unter Windows werden laut aktueller Projektdokumentation Windows 10 oder Windows 11 in der 64-Bit-Version sowie kompatible NVIDIA-Treiber ab Version 616.56 benötigt.

Der Linux-Loader arbeitet derzeit hauptsächlich mit der 615.x-Treiberreihe und offenen NVIDIA-Kernelmodulen. Andere Konfigurationen befinden sich teilweise noch im experimentellen Stadium.

Da die Software noch sehr jung ist, sollten die Kompatibilitätsangaben für das eigene GPU-Modell unbedingt vorab geprüft werden. Außerdem muss die bearbeitete Firmware zur jeweiligen Grafikkarte passen.

Ist das Custom-VBIOS für RTX-Grafikkarten gefährlich?

Dass kein BIOS-Flash erforderlich ist, reduziert zwar das Risiko, die Grafikkarte durch einen fehlerhaften Flash-Vorgang unbrauchbar zu machen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Änderungen ungefährlich sind.

Wer Spannungen oder Stromgrenzen zu weit erhöht, kann die Spannungswandler, Stromanschlüsse oder andere Komponenten der Grafikkarte überlasten.

Gerade bei leistungsstarken GPUs wie der RTX 5090 ist Vorsicht geboten. Der 12V-2×6-Stromanschluss ist für bis zu 600 Watt spezifiziert. Ein stark erhöhtes Power-Limit kann die Stromversorgung je nach Grafikkartendesign über ihre vorgesehenen Grenzen hinaus belasten.

Welche Probleme dabei entstehen können und wie sich Stromanschlüsse schützen lassen, erklären wir in unserem Beitrag zur GPU Cable Protection.

Für die meisten Gamer dürfte ohnehin ein anderer Ansatz sinnvoller sein: Statt immer höhere Power-Limits freizuschalten, lässt sich die Effizienz einer Grafikkarte häufig durch gezieltes Undervolting verbessern.

Wie das funktioniert, erfährst du in unserem Guide zum Grafikkarten-Undervolting.

FAQ: Custom-VBIOS für NVIDIA RTX-Grafikkarten

Ja. Der NVIDIA VBIOS Vix Editor unterstützt Blackwell-Grafikkarten wie die RTX 5090. Du kannst eine Kopie des originalen VBIOS bearbeiten und über den passenden Loader einbinden.

Nein. Das modifizierte VBIOS wird über den NVIDIA-Treiber geladen. Der Flash-Speicherchip mit der originalen Firmware bleibt unverändert.

Grundsätzlich unterstützt das Projekt die Ampere- und Ada-Lovelace-Architekturen. Eine RTX 4090 wurde bereits erfolgreich getestet. Bei einzelnen RTX-30-Modellen hängt die Funktionsfähigkeit weiterhin vom Modell und der verwendeten Softwareversion ab.

Nein. Ein höheres Power-Limit kann zusätzliche Leistungsreserven erschließen, sofern die GPU bisher tatsächlich durch dieses Limit eingeschränkt wurde. Wie viel zusätzliche Performance möglich ist, hängt von der jeweiligen Grafikkarte, der Kühlung und den Einstellungen ab.

Ja. Der Windows-Loader bietet eine Unload-Funktion zum Entfernen des Overrides. Da das originale VBIOS nicht überschrieben wird, ist ein erneuter BIOS-Flash normalerweise nicht notwendig. Fehlerhafte Einstellungen können dennoch Startprobleme oder Hardwaredefekte verursachen.

Ja. Die verwendete Override-Methode ist keine offiziell unterstützte Funktion für GPU-Modding. NVIDIA könnte sie durch zukünftige Treiberupdates verändern oder deaktivieren.

Custom-VBIOS ohne Flashen: Neue Möglichkeiten für RTX-Grafikkarten

Mit den neuen VBIOS-Tools erhalten Overclocking-Enthusiasten wieder deutlich mehr Kontrolle über ihre NVIDIA-Grafikkarten. Vor allem die Möglichkeit, Power-Limits und Spannungsgrenzen ohne direkten BIOS-Flash zu bearbeiten, eröffnet neue Möglichkeiten für Hardware-Experimente.

Für alltägliches Gaming sind solche Eingriffe allerdings kaum notwendig. Die Risiken durch extreme Leistungsaufnahmen bleiben bestehen, auch wenn das ursprüngliche VBIOS unangetastet bleibt.

Jetzt wird sich zeigen müssen, wie lange NVIDIA die Methode über seine Treiber ermöglicht und wie zuverlässig sie künftig mit weiteren Grafikkarten funktioniert.

Was hältst du vom Custom-VBIOS-Modding? Würdest du deine RTX-Grafikkarte damit übertakten oder bleiben die Werkseinstellungen für dich die bessere Wahl? Schreib uns deine Meinung gerne in die Kommentare!

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