Inhaltsverzeichnis
Der Ryzen 5 5500F Test: AMDs günstiger AM4-Prozessor zeigt in den ersten Gaming-Benchmarks, dass hinter dem zusätzlichen „F“ mehr steckt als nur eine leicht veränderte Modellbezeichnung.
Durchschnittlich landet der Ryzen 5 5500F rund 7 Prozent vor dem Ryzen 5 5500. In Battlefield 6 beträgt der Vorsprung sogar rund 16 Prozent.

Ryzen 5 5500F seit dem 10. September 2026 erhältlich
AMD hat den Ryzen 5 5500F am 10. September 2026 veröffentlicht und erweitert damit die mittlerweile mehr als neun Jahre alte AM4-Plattform um einen weiteren Prozessor. Der offizielle Preis liegt bei 99 US-Dollar.
Auf dem Papier wirkt die CPU zunächst wenig spektakulär. Wie der bekannte Ryzen 5 5500 bietet auch der 5500F sechs Zen-3-Kerne und zwölf Threads.
Dazu kommen 16 MB L3-Cache, eine TDP von 65 Watt und Unterstützung für DDR4-3200. AMD liefert die Boxed-Version außerdem mit einem Wraith-Stealth-Kühler aus.
Die Unterschiede liegen im Detail. Der Ryzen 5 5500F erreicht bis zu 4,4 GHz Boost-Takt und damit 200 MHz mehr als der Ryzen 5 5500. Gleichzeitig setzt AMD beim neuen Prozessor auf Vermeer-Silizium und unterstützt dadurch PCIe 4.0. Der Ryzen 5 5500 basiert dagegen auf Cezanne und ist auf PCIe 3.0 beschränkt.
| Ryzen 5 5500F | Ryzen 5 5500 | |
| Architektur | Zen 3 | Zen 3 |
| Codename | Vermeer | Cezanne |
| Kerne / Threads | 6 / 12 | 6 / 12 |
| Basistakt | 3,0 GHz | 3,6 GHz |
| Boost-Takt | bis 4,4 GHz | bis 4,2 GHz |
| L3-Cache | 16 MB | 16 MB |
| TDP | 65 Watt | 65 Watt |
| Arbeitsspeicher | DDR4-3200 | DDR4-3200 |
| PCIe | PCIe 4.0 | PCIe 3.0 |
| Sockel | AM4 | AM4 |
Ryzen 5 5500F vs. Ryzen 5 5500 im Gaming-Test
Für den ersten ausführlicheren Gaming-Vergleich wurden beide Prozessoren in sieben Spielen gegeneinander getestet.
Als Grafikkarte kam eine Radeon RX 9060 XT mit 16 GB zum Einsatz. Dazu wurden 16 GB DDR4-3200 und ein B550-Mainboard verwendet. Getestet wurde in 1080p.
Das Ergebnis fällt ziemlich eindeutig aus: In sechs der sieben Spiele liegt der Ryzen 5 5500F vorne.
| Spiel | Ryzen 5 5500F | Ryzen 5 5500 | Unterschied |
| Battlefield 6 | 106,9 FPS | 92,1 FPS | +16,1 % |
| Cyberpunk 2077 | 80,2 FPS | 72,3 FPS | +10,9 % |
| GTA 5 Enhanced | 95,9 FPS | 88,1 FPS | +8,9 % |
| Counter-Strike 2 | 200,5 FPS | 185,6 FPS | +8,0 % |
| Red Dead Redemption 2 | 115,3 FPS | 111,1 FPS | +3,8 % |
| Crimson Desert | 69,9 FPS | 67,4 FPS | +3,7 % |
| Forza Horizon 6 | 90,8 FPS | 91,2 FPS | -0,4 % |
| Durchschnitt | 108,5 FPS | 101,1 FPS | +7,3 % |
Über den kompletten Parcours gerechnet landet der Ryzen 5 5500F damit bei durchschnittlich 108,5 FPS. Der Ryzen 5 5500 kommt auf 101,1 FPS. Unterm Strich ergibt sich daduirch ein Vorsprung von 7,3 Prozent.
Battlefield 6 zeigt mit 16 Prozent den größten Unterschied
Besonders deutlich fällt der Unterschied in Battlefield 6 aus. Der Ryzen 5 5500 erreicht im Test durchschnittlich 92,1 FPS, während der neue Ryzen 5 5500F auf 106,9 FPS kommt.

Das entspricht einem Plus von rund 16 Prozent und ist mit Abstand der größte Unterschied der gesamten Tests.
Auch Cyberpunk 2077 reagiert deutlich auf den CPU-Wechsel. Hier steigt die durchschnittliche Framerate von 72,3 auf 80,2 FPS. Der Ryzen 5 5500F ist damit knapp 11 Prozent schneller.
GTA 5 Enhanced legt von 88,1 auf 95,9 FPS zu, während Counter-Strike 2 statt 185,6 nun 200,5 FPS erreicht.
Gerade in Spielen, in denen das PC-System stärker von der Prozessorleistung abhängt, kann sich der Wechsel auf das neue Modell also durchaus bemerkbar machen.
Bei hoher GPU-Auslastung schrumpft der Vorsprung
Die Benchmarks zeigen gleichzeitig sehr gut, warum sich CPU-Vergleiche nicht auf eine einzige Prozentzahl reduzieren lassen.
In Crimson Desert liegen beispielsweise lediglich rund 4 Prozent zwischen den beiden Prozessoren. Die eingesetzte Radeon RX 9060 XT arbeitet dort bereits nahe an ihrer maximalen Auslastung. Damit wird zunehmend die Grafikkarte zum limitierenden Faktor und ein schnellerer Prozessor kann seine zusätzliche Leistung kaum noch in höhere FPS umsetzen.
Noch deutlicher wird das bei Forza Horizon 6. Hier erreichen beide CPUs praktisch die gleiche Leistung. Mit 90,8 FPS liegt der Ryzen 5 5500F sogar minimal hinter den 91,2 FPS des Ryzen 5 5500. Bei einer Differenz von weniger als einem Prozent kann man allerdings von Gleichstand sprechen.
Warum ist der Ryzen 5 5500F überhaupt schneller?
Die Modellnamen Ryzen 5 5500 und Ryzen 5 5500F lassen zunächst vermuten, dass AMD lediglich eine kleine Variante derselben CPU auf den Markt gebracht hat.
Technisch unterscheiden sich die Prozessoren allerdings deutlich.
Ryzen 5 5500 setzt auf Cezanne
Der Ryzen 5 5500 verwendet Cezanne-Silizium. Diese Chipgeneration wurde ursprünglich für AMDs Ryzen-5000G-APUs entwickelt. Beim normalen Ryzen 5 5500 ist die integrierte Grafikeinheit deaktiviert.
Der Chip bietet sechs Zen-3-Kerne, zwölf Threads, 16 MB L3-Cache und bis zu 4,2 GHz Boost-Takt. Ein wichtiger Unterschied zum neuen Modell ist die PCIe-Anbindung: Mehr als PCIe 3.0 unterstützt der Ryzen 5 5500 nicht.
Ryzen 5 5500F verwendet Vermeer
Der Ryzen 5 5500F setzt dagegen auf Vermeer-Silizium, wie AMD es auch bei anderen Desktop-Prozessoren der Ryzen-5000-Serie verwendet.
Auch hier stehen sechs Kerne, zwölf Threads und 16 MB L3-Cache bereit. Der maximale Boost-Takt steigt allerdings auf 4,4 GHz. Zudem unterstützt die CPU PCIe 4.0 mit 24 nativen beziehungsweise 20 nutzbaren PCIe-Lanes.
Damit liegt der Ryzen 5 5500F technisch näher an den Vermeer-Prozessoren der Ryzen-5000-Familie als am namensähnlichen Ryzen 5 5500.
Die zusätzlichen 200 MHz Boost-Takt dürften einen Teil des Vorsprungs erklären. Hinzu kommen Unterschiede zwischen den beiden Chipdesigns und deren Verhalten in verschiedenen Gaming-Workloads.
Wie wichtig ist PCIe 4.0 beim Ryzen 5 5500F?
PCIe 4.0 gehört zu den größten Ausstattungsunterschieden zwischen Ryzen 5 5500F und Ryzen 5 5500. Für den hier gezeigten Leistungsvorsprung sollte man die Schnittstelle allerdings nicht allein verantwortlich machen.
Die im Test verwendete Radeon RX 9060 XT besitzt genügend PCIe-Bandbreite, sodass PCIe 3.0 in vielen Situationen kein massives Limit darstellen sollte. Die höheren FPS des Ryzen 5 5500F sind damit nicht einfach nur das Resultat der schnelleren PCIe-Schnittstelle.
Trotzdem ist PCIe 4.0 für ein neues AM4-System ein klarer Vorteil. Neben aktuellen Grafikkarten profitieren beispielsweise PCIe-4.0-NVMe-SSDs davon, sofern das verwendete Mainboard die Schnittstelle ebenfalls unterstützt.
Für wen lohnt sich der Ryzen 5 5500F?
Mit einem offiziellen Preis von 99 US-Dollar positioniert AMD den Ryzen 5 5500F weit unten innerhalb der Ryzen-5000-Serie. Damit richtet sich die CPU vor allem an günstige Gaming-PCs und bestehende AM4-Systeme.
Wer bereits Mainboard und DDR4-Arbeitsspeicher besitzt, kann so weiterhin aufrüsten, ohne gleichzeitig auf AM5, DDR5 und ein neues Mainboard wechseln zu müssen.
Allerdings sollte der Preisabstand zu stärkeren AM4-Prozessoren im Auge behalten werden. Gerade bei einem größeren CPU-Upgrade können Modelle oberhalb des 5500F die bessere Wahl sein, wenn sie nur wenig mehr kosten.
Für sehr günstige Gaming-Systeme ist der Ryzen 5 5500F dagegen genau deshalb bemerkenswert: Er kombiniert sechs Kerne und zwölf Threads mit PCIe 4.0 und erreicht in den ersten Gaming-Tests spürbar höhere FPS als der bisherige Ryzen 5 5500.
Wenn du aktuell ein AM4-System aufrüstest, findest du bei Caseking neben Prozessoren auch passende CPU-Kühler, DDR4-Arbeitsspeicher und weitere Komponenten für dein Gaming-System.
Häufige Fragen zum Ryzen 5 5500F
AM4 bekommt 2026 noch eine neue Budget-CPU
Dass AMD im Jahr 2026 überhaupt noch einen neuen AM4-Prozessor veröffentlicht, zeigt, wie langlebig die Plattform geworden ist. Noch wichtiger ist aber, dass der Ryzen 5 5500F offenbar nicht einfach nur das bestehende Portfolio mit einem weiteren Namen auffüllt.
Die ersten Benchmarks zeigen durchschnittlich rund 7 Prozent mehr Gaming-Leistung gegenüber dem Ryzen 5 5500. Abhängig vom Spiel reicht der Unterschied von praktisch null bis zu rund 16 Prozent. Weitere Tests mit anderen Grafikkarten, Auflösungen und Spielen werden zeigen müssen, wie stabil dieser Vorsprung im Durchschnitt tatsächlich ausfällt.
Für einen Budget-Prozessor ist der erste Auftritt aber durchaus bemerkenswert – insbesondere für Spieler, die noch auf AM4 unterwegs sind und möglichst günstig aufrüsten möchten.
Ist der Ryzen 5 5500F noch einmal ein gutes Argument für AM4 oder würdest du bei einem neuen Gaming-PC inzwischen direkt auf AM5 setzen? Schreib uns deine Meinung gerne in die Kommentare!


