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AMD Zen 6 könnte einen gewaltigen Leistungssprung gegenüber Zen 5 hinlegen! Erste Geekbench-7-Benchmarks des neuen EPYC 9996 zeigen eine um bis zu 24 Prozent höhere Leistung pro Takt im Vergleich zu einem Ryzen 7.
Selbst ein Ryzen 7 9700X kann bei nahezu identischer Taktfrequenz nicht mithalten. Doch wie viel schneller werden die kommenden Ryzen-Prozessoren tatsächlich und was bedeutet das für Gamer?

Wann erscheinen die AMD Zen 6 Ryzen-Prozessoren?
Die Zen-6-Architektur ist bereits auf dem Markt – allerdings zunächst nur im Server-Bereich. AMDs EPYC-9006-Prozessoren mit dem Codenamen „Venice“ setzen auf die neue Architektur und werden im 2-nm-Verfahren von TSMC gefertigt.
Für Gamer wird es voraussichtlich 2027 interessant. Dann sollen die Desktop-Prozessoren mit dem Codenamen „Olympic Ridge“ erscheinen. Einen konkreten Veröffentlichungstermin für die neuen Ryzen-CPUs hat AMD bislang nicht bestätigt.
Eine gute Nachricht gibt es aber bereits für Besitzer eines AM5-Mainboards: Technische Dokumente von AMD ordnen die kommenden Zen-6-Desktop-Prozessoren dem Sockel AM5 zu. Zusätzlich hat AMD den Support der Plattform offiziell bis mindestens 2029 verlängert.
Damit stehen die Chancen gut, dass du für Zen 6 nicht zwangsläufig ein neues Mainboard benötigst. Welche älteren Modelle unterstützt werden, bleibt abzuwarten.
Welches Mainboard sich bereits heute für ein Ryzen-System lohnt, erfährst du in unserem AMD-AM5-Mainboard-Guide 2026.
AMD Zen 6 Benchmarks geleakt: So schnell ist die neue Architektur
Die ersten handfesten Hinweise auf die Leistungsfähigkeit von Zen 6 stammen vom Hardware-Leaker HXL (@9550pro). Dieser veröffentlichte am 23. Oktober 2026 auf X erste Ergebnisse des AMD EPYC 9996 aus Geekbench 7.1.0 für Linux.
Der Prozessor ist ein echtes Monster: 256 CPU-Kerne, 512 Threads und satte 1.024 MB L3-Cache. Trotz seiner enormen Kernanzahl erreicht er einen maximalen Boost-Takt von lediglich 4,1 GHz.
Zum Vergleich: Aktuelle Ryzen-9000-Prozessoren erreichen teilweise deutlich höhere Frequenzen.
Umso überraschender fallen die ersten Benchmark-Ergebnisse aus.
Zen 6 vs. Zen 5: Die Geekbench-Ergebnisse im Vergleich
Für einen aussagekräftigeren Vergleich wurden die Ergebnisse des EPYC 9996 mit zwei Zen-5-Prozessoren gegenübergestellt.


Besonders aufschlussreich ist dabei ein Ryzen 7 9700X, den der X-Nutzer three twenty six (@326powah) auf 4,1 GHz fixiert und anschließend selbst getestet hat.
| Prozessor | Architektur | Takt im Test | Geekbench 7 Single-Core |
| AMD EPYC 9996 | Zen 6c | 4,12 GHz | 2.847 |
| AMD EPYC 4545P | Zen 5 | 5,47 GHz | 3.064 |
| AMD Ryzen 7 9700X | Zen 5 | 4,10 GHz | 2.444 |
Geekbench 7.1.0 unter Linux. Ergebnisse unterschiedlicher Systeme, daher kein vollständig kontrollierter Architekturvergleich.
Der EPYC 9996 erreicht mit gerade einmal 4,12 GHz fast die Single-Core-Leistung des EPYC 4545P, obwohl dieser mit rund 5,47 GHz deutlich höher taktet.
Rechnet man die Ergebnisse auf die jeweilige Taktfrequenz um, ergibt sich für Zen 6c ein rechnerischer Vorsprung von rund 23,4 Prozent pro GHz.
Allerdings ist dieser Vergleich mit Vorsicht zu genießen. AMD gibt für den EPYC 4545P offiziell nur einen maximalen Boost-Takt von 5,4 GHz an. Außerdem unterscheiden sich die Serverplattformen erheblich.
Bei gleichem Takt liegt Zen 6 rund 16,5 Prozent vorne
Noch aufschlussreicher wird es beim Vergleich mit dem Ryzen 7 9700X.
Dieser wurde für den Test auf 4,1 GHz festgesetzt und mit DDR5-6000 CL34 betrieben. Anschließend lief derselbe Geekbench-Test unter Linux.
Dabei erreicht der Zen-6c-Prozessor 2.847 Punkte, während der Ryzen 7 9700X auf 2.444 Punkte kommt.
Damit erreicht Zen 6c in diesem Test rund 16,5 Prozent mehr Single-Core-Leistung als Zen 5. Korrigiert man zusätzlich den kleinen Unterschied zwischen 4,10 und 4,12 GHz, bleiben etwa 15,9 Prozent Vorsprung pro GHz übrig.
Das ist ein beachtliches Ergebnis. Schließlich handelt es sich beim EPYC 9996 um einen Server-Prozessor mit den platzsparenden Zen-6c-Kernen und nicht um einen auf maximale Gaming-Performance ausgelegten Desktop-Ryzen.
Warum könnte AMD Zen 6 so viel schneller werden?
Hinter dem Leistungssprung steckt nicht ausschließlich die verbesserte Fertigung. AMD hat die Zen-6-Architektur auch technisch weiterentwickelt, um mehr Arbeit pro Taktzyklus zu erledigen.

Die IPC (Instructions per Cycle) beschreibt dabei, wie viele Befehle ein CPU-Kern innerhalb eines Taktzyklus verarbeiten kann. Eine höhere IPC kann somit auch ohne steigende Taktraten für zusätzliche Leistung sorgen.
Neue CPU-Instruktionen und größere Caches
Bereits Ende 2025 waren durch AMD-Dokumentationen und Compiler-Anpassungen neue Befehlssatzerweiterungen für Zen 6 bekannt geworden.
Dazu gehören unter anderem:
- AVX512_FP16: Unterstützung zusätzlicher 16-Bit-Gleitkommaberechnungen.
- AVX_VNNI_INT8: Erweiterungen für bestimmte Integer- und KI-Berechnungen.
- AVX512_BMM: Neue Bitmanipulationsbefehle, unter anderem für spezialisierte Rechenoperationen.
- AVX_NE_CONVERT: Zusätzliche Möglichkeiten zur Umwandlung numerischer Datenformate.
Solche Erweiterungen können bei Anwendungen, die diese Befehle gezielt einsetzen, für zusätzliche Geschwindigkeit sorgen.
Der veröffentlichte Geekbench-Lauf wurde allerdings als AVX2-Test ausgewiesen. Die neuen AVX-512-Befehle sind damit nicht die Erklärung für den gemessenen Leistungsvorsprung.
Auch bei den Caches könnte sich einiges ändern. Für Desktop-Prozessoren mit Zen 6 stehen derzeit CCDs mit jeweils zwölf Kernen und 48 MB L3-Cache im Raum. Dadurch wären theoretisch Ryzen-Prozessoren mit bis zu 24 Kernen und insgesamt 96 MB L3-Cache ohne zusätzlichen 3D V-Cache möglich.
Diese Desktop-Konfigurationen sind allerdings noch nicht abschließend bestätigt.
Geekbench-Teiltests zeigen teilweise noch größere Sprünge
Ein Blick auf die einzelnen Geekbench-Tests zeigt, dass Zen 6 nicht bei jeder Aufgabe gleichermaßen zulegt.
Je nach Teiltest bewegen sich die Leistungssteigerungen gegenüber dem taktähnlich getesteten Ryzen 7 9700X zwischen rund 8 und 26 Prozent.
Besonders große Verbesserungen zeigen sich bei HTML5-Browser-Aufgaben, Bildbearbeitung, Videoverarbeitung und Structure from Motion, also der Berechnung räumlicher Strukturen aus Bildmaterial.
Beim Teiltest Game Physics liegt der Vorsprung dagegen bei ungefähr zehn Prozent.
Was bedeuten die Zen 6 Benchmarks für Gaming?
Für Gamer dürften die bisherigen Ergebnisse trotzdem eine gute Nachricht sein. Gerade CPU-intensive Spiele können stark von einer höheren Single-Core-Leistung, größeren Caches und niedrigen Speicherlatenzen profitieren.

Bei einem zukünftigen Ryzen-Prozessor mit regulären Zen-6-Kernen kommen weitere mögliche Vorteile hinzu. Dazu zählen höhere Taktraten und eine andere Cache-Konfiguration.
In der Gerüchteküche werden für die kommenden Desktop-CPUs bereits Boost-Taktraten jenseits von 6 GHz diskutiert. Teilweise fallen sogar Werte zwischen 6,2 und 6,5 GHz. Bestätigt sind diese Frequenzen bisher nicht.
Wenn AMD tatsächlich einen deutlichen IPC-Zuwachs mit höheren Taktraten kombinieren kann, könnte Zen 6 besonders in CPU-limitierten Spielen profitieren.
Das betrifft beispielsweise:
- Kompetitive Shooter: Spiele wie Counter-Strike 2, in denen besonders hohe Bildraten gefragt sind.
- Strategiespiele: Titel mit zahlreichen gleichzeitig simulierten Einheiten und komplexen Berechnungen.
- Simulationen: Spiele mit aufwendigen Physikberechnungen und zahlreichen Hintergrundprozessen.
- Open-World-Spiele: Große Spielwelten mit umfangreicher NPC-Simulation und vielen gleichzeitig geladenen Objekten.
Allerdings hängt die tatsächliche Gaming-Leistung auch weiterhin stark von der Grafikkarte, der Auflösung, den Spieleinstellungen und der jeweiligen Engine ab.
Was ist mit den kommenden Ryzen X3D-Prozessoren?
Besonders neugierig machen die möglichen Verbesserungen beim L3-Cache.
AMDs X3D-Prozessoren profitieren in vielen Spielen erheblich vom zusätzlichen 3D V-Cache. Sollte Zen 6 bereits ohne diesen zusätzlichen Cache eine deutlich höhere Leistung erzielen, könnte die Kombination aus verbesserter Architektur und 3D V-Cache ebenfalls einen großen Sprung ermöglichen.
Wie AMD den zusätzlichen Cache bei Zen 6 konkret umsetzt und welche Leistungssteigerungen daraus entstehen, ist derzeit allerdings noch offen.
AMD Medusa: Neue Zen-6-APUs mit RDNA 4m aufgetaucht
Neben den CPU-Benchmarks gibt es weitere Hinweise auf kommende Zen-6-Produkte.
Mit dem Update auf HIP-RT 3.2.0 hat AMD seine Raytracing-Bibliothek um Unterstützung für mehrere integrierte Grafikeinheiten der zukünftigen Medusa-APUs erweitert.
In den technischen Einträgen finden sich drei neue GPU-Kennungen:
| GPU-Kennung | Vermutete Grafikarchitektur |
| GFX1170 | RDNA 4m |
| GFX1171 | RDNA 4m |
| GFX115E | RDNA 3.5 |
RDNA 4m soll dabei Eigenschaften von RDNA 3.5 und RDNA 4 kombinieren. Für günstigere Medusa-Modelle könnte AMD weiterhin RDNA 3.5 einsetzen, während leistungsfähigere Varianten eine neuere Grafikeinheit erhalten.
AMD hat damit zwar die Unterstützung entsprechender Grafikziele in seiner Software vorbereitet, aber noch keine endgültigen Leistungsdaten oder konkreten APU-Modelle vorgestellt.
Für Gaming-Handhelds und kompakte Systeme könnten diese APUs künftig ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.
FAQ: Häufige Fragen zu AMD Zen 6
Zen 6 könnte AMDs nächster großer Ryzen-Sprung werden
Die ersten Zen-6-Benchmarks machen definitiv Lust auf mehr. Schon die kompakteren Zen-6c-Kerne liefern in Geekbench eine deutlich höhere Leistung pro Takt als Zen 5. Besonders der Vergleich mit dem Ryzen 7 9700X zeigt, welches Potenzial AMDs nächste CPU-Architektur besitzen könnte.
Wenn die Desktop-Prozessoren diesen Vorsprung mit höheren Taktraten, verbesserten Caches und der AM5-Plattform kombinieren, könnte sich Zen 6 zu einem sehr attraktiven Upgrade entwickeln.
Noch müssen wir allerdings die ersten unabhängigen Gaming-Benchmarks abwarten.
Könnte Zen 6 mit einem solchen Leistungssprung ein Grund für dich sein, deinen aktuellen Ryzen aufzurüsten, oder wartest du lieber auf die kommenden X3D-Modelle? Schreib uns deine Meinung gerne in die Kommentare!


