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Intel hat in Zusammenarbeit mit führenden Hardware-Herstellern den ATX 3.0 Standard eingeführt – und inzwischen mit ATX 3.1 weiterentwickelt. Damit gelten neue Anforderungen für PC-Netzteile, insbesondere im Hinblick auf Effizienz, Stabilität und Leistungsreserven. Wenn du aktuell einen Gaming-PC aufrüstest oder neu baust, solltest du genau wissen, welches Netzteil du brauchst – vor allem, wenn du eine NVIDIA GeForce RTX 4000 oder 5000 nutzt.
Besonders wichtig ist dabei der neue 12V-2×6-Stromanschluss, der den bisherigen 12VHPWR-Stecker ersetzt. Er ist für aktuelle und kommende High-End-Grafikkarten ausgelegt und stellt sicher, dass dein System auch bei kurzfristigen Leistungsspitzen stabil bleibt.
Was ist ATX 3.0?
ATX 3.0 ist ein neuer Standard für PC-Netzteile, welcher maßgebliche Spezifikationen wie Anschlüsse, Schutzschaltungen und Spannungstoleranzen regelt. Dabei gilt es, Intels neuen ATX-Standard nicht mit dem bekannten und gleichnamigen Formfaktor für Netzteile, Gehäuse und Mainboards zu verwechseln.
ATX-3.0-Spezifikationen im Überblick:
- Jedes ATX-3.0-Netzteil kann, muss aber keinen 12VHPWR-Anschluss besitzen
- ATX-3.0-Netzteile benötigen eine erhöhte Toleranz gegenüber hohen Leistungsspitzen (Ab 450 Watt 150 % der Nennleistung, mit 12VHPWR-Anschluss 200 %)
- Mehr Effizienz im Niedriglastbereich (60 % Effizienz werden für 10 W oder 2 % der Leistung notwendig)
- Eine schnellere Übermittlung des Einschaltsignals
- Cybenetics als neuer Zertifizierungsstandard neben 80 PLUS
Was ändert sich mit ATX 3.1?
ATX 3.1 ist der überarbeitete Standard von ATX 3.0 und seit Anfang 2024 etabliert. Neben einer verbesserten Energieeffizienz bieten Netzteile mit dem ATX-3.1-Standard nun einen neuen Anschluss, der den 12VHPWR-Anschluss ersetzt. Dieser hatte in der Vergangenheit ein paar Probleme gemacht, die zu Überhitzungen geführt haben.
Der aktuelle 12V-2×6-Anschluss ist wesentlich zuverlässiger als die vorherige Version. Äußerlich betrachtet hat sich am Anschluss nichts geändert, sodass du keine neuen Kabel benötigst.
Von 12VHPWR zu 12V-2×6 – bereit für RTX-5000-Grafikkarten
Die RTX-5000-GPUs unterstützen allesamt den neuen 12V-2×6-Anschluss, um eine sichere Energiezufuhr zu gewährleisten. Wie auch der 12VHPWR-Anschluss ist dieser mit Sense-Pins ausgestattet.
Über diese Sense-Pins kommuniziert das Netzteil mit der Grafikkarte. Mithilfe der Seitenbandsignale teilt die PSU der Grafikkarte die entsprechenden Leistungsgrenzen unter Berücksichtigung der gesamten Leistungsaufnahme mit. Durch diese Kommunikation läuft dein System sicher und stabil, auch mit Monster-GPUs wie der NVIDIA GeForce RTX 5090.
Nicht jeder Sensor-Pin hat die gleiche Aufgabe:
- Sense Pins 1 und 2: definieren die maximale Leistung
- Sense Pin 3: dient zur Kommunikation zwischen GPU und PSU (Ist die Spannung stabil?)
- Sense Pin 4: ist in den meisten Fällen optional und dient zur sinnvollen Koordination der Leistung zwischen mehreren Grafikkarten
Alle 12V-2×6-Kabel müssen mit ihrer Maximalleistung gekennzeichnet sein. Es gibt vier verschiedene Ausführungen: 150 Watt, 300 Watt, 450 Watt und 600 Watt. Als Vergleich: Ein herkömmlicher 8-Pin-Anschluss kann maximal 150 Watt liefern.

ATX-3.0-PSUs: weniger Stromverbrauch im Idle
Netzteile, die dem neuen Standard entsprechen, schaffen ausgezeichnete Effizienzwerte, wenn dein System im Leerlauf oder Niedriglastbereich läuft. Wenn du etwa auf deinem Gaming-PC YouTube oder Netflix schaust oder der PC im Leerlauf ist, wird eine Effizienz von über 60 % bei 10 Watt Leistung oder 2 % der Nennleistung des Netzteils vorausgesetzt. Du kannst dich also entspannt zurücklehnen und dabei Strom sparen.
Wie funktioniert Stromsparen mit ATX 3.0
Die Effizienz eines Netzteils gibt an, wie viel der ankommenden Energie tatsächlich an das System abgegeben wird. Eine so hohe Effizienz ist bei ATX-2.4-Netzteilen im Idle aufgrund der weniger flexiblen Energieversorgung bei wenig Auslastung nicht möglich. Bei ATX-3.0 kommuniziert das Netzteil direkt mit dem Mainboard und ermittelt so den optimalen Leistungsbereich im Leerlauf oder bei genügsamen Anwendungen.
Sind ATX-3.0-Netzteile langlebiger als ATX-2.4-Netzteile?
Intels ATX-3.0- und ATX-3.1-Richtlinie setzt die Messlatte für Netzteile spürbar höher. Hersteller, die den hohen Anforderungen gerecht werden wollen, müssen zwangsweise auf bessere Komponenten beim Netzteilbau setzen. So werden unter anderem hochwertigere Kondensatoren verbaut, welche für eine längere Lebensdauer und einen stabileren Betrieb sorgen.
PSUs mit ATX-3.0- und ATX-3.1-Standard sollen somit auch in der Lage sein, 175.200 Mal pro Lebensjahr ein- und ausgeschaltet zu werden. Das entspricht circa der zwei bis dreifachen Lebensdauer als bei den meisten ATX-2.4-Netzteilen.
Warum ATX 3.0 nötig war
ATX-2.4-Netzteile versorgen seit etwa 8 Jahren unsere Gaming-Systeme mit Strom. Im kurzlebigen Technik-Markt eine extrem lange Zeitspanne. Somit war es nur eine Frage der Zeit, bis Next-Gen-Hardware (insbesondere wahnsinnig schnelle Pixelbeschleuniger) neue und ausgereiftere Netzteiltechnologie fordern.
Neuere Grafikkartenmodelle genehmigen sich gerne einmal das doppelte ihrer Total Board Power (TBP). Diese kurzzeitigen Leistungsspitzen (Transient-Loads) halten zwar nur Sekundenbruchteile an, fordern das Netzteil dafür aber extrem. Damit Hardwareschäden und nervige Abstürze vermieden werden können, ist einer der Kernpunkte von ATX 3.0 eine höhere Toleranz gegen solche Leistungsspitzen.
Kurz erklärt: Ein ATX-3.0-Netzteil muss für 0,1 ms die dreifache Nennleistung zur Verfügung stellen können und für 10 ms die doppelte.

Ein Beispiel:
Ein Netzteil mit 1.000 Watt Nennleistung muss also für 0,1 ms 3.000 Watt Abfrageleistung bringen und für 10 ms 2.000 Watt.
Solche extrem hohen Leistungsspitzen können nur mit einer ausreichend hohen Kapazität abgefangen werden. Diese wird bei den neuen Netzteilen durch zusätzliche und hochwertigere Kondensatoren gewonnen.
Fazit: Brauche ich ATX 3.0 oder sogar ATX 3.1??
Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, empfehlen wir dir den Kauf eines ATX-3.0-, ATX-3.1-Netzteils oder eines Netzteils mit nativen PCIe-5.0-Anschluss. Die neuen Richtlinien bringen viele Vorteile für Sicherheit, Stabilität und Zuverlässigkeit mit. Davon abgesehen wirst du ein zum jetzigen Zeitpunkt gekauftes ATX-3.0-Netzteil bzw. ATX-3.1-Netzteil aller Voraussicht nach problemlos mehrere Hardware-Generationen nutzen können.
Du möchtest ein nagelneues PCIe-5.0-Netzteil? Hier wirst du fündig!
Brauche ich ein neues Netzteil für die RTX 5090?
Nvidia selbst empfiehlt beispielsweise für sein neues Flaggschiff, die GeForce RTX 5090, eine PSU mit 1.000 Watt Nennleistung. Wir empfehlen dir, genügend Puffer mitzuberechnen. Um eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten, sollte dein Netzteil mindestens den ATX-3.1-Standard vorweisen.
Je nach Konfiguration deines Systems, beispielsweise in Kombination mit einem Prozessor der ca. 300 Watt Leistungsaufnahme hat oder eine aufwendige Custom-Wasserkühlung, empfehlen wir ein Netzteil mit mindestens 1.200 Watt Nennleistung und möglichst hoher Effizienz. Effiziente Bauteile bieten dir meist mehr Leistungsreserven und können Leistungsspitzen besser abfangen.
Adapterkabel für ATX-3.x-Netzteile
Oft ist bei Netzteilen schon ein passendes 12VHPWR- oder 12V-2×6-Kabel für den Anschluss an deine RTX-4000- oder RTX-5000-Grafikkarte enthalten. Es kann jedoch vorkommen, dass es nicht biegsam genug ist, sodass du ein Problem dabei bekommen könntest, deine Kabel ordentlich zu verlegen. Damit du dein Kabelmanagement so gestalten kannst, wie du es möchtest, gibt es längere und sogar gewinkelte Anschlusskabel.
Wir haben dir die besten Optionen für die PSUs verschiedener Hersteller zusammengefasst:
- be quiet! Adapter kabel
- CableMod gewinkeltes Anschlusskabel
- Seasonic PCIe-Extensions
- Lian Li Strimer Verlängerung für ATX-3.x-PSUs
- CableMod Adapterkabel
Für so ziemlich jede Netzteil-Serie gibt es ein passendes Kabel in unterschiedlichen Looks. Verpasse deinem Gaming-PC ein würdiges Upgrade!
12V-2×6- und 12VHPWR-Stecker korrekt anbringen
Damit der 12V-2×6 und 12VHPWR-Anschluss korrekt funktioniert, müssen alle Steckverbindungen bombenfest sitzen. Der Abstand vom GPU-Anschluss zum Seitenteil deines Gehäuses sollte in etwa 45 mm betragen. Zudem sollte das Kabel erst im Abstand von 35 mm gebogen werden, um zu verhindern, dass unnötige Belastung gegebenenfalls Pins in Buchse oder Stecker beschädigt werden. Hier empfehlen wir, das Kabel schon außerhalb des Gehäuses in die gewünschte Form zu bringen. Die meisten Stecker rasten mit einem hörbaren Klick erst richtig ein. Sei vorsichtig und achte darauf, das Kabel nicht zu stark in eine Richtung zu verbiegen.
Die Wichtigkeit von ATX 3.x zusammengefasst
Eine Verbesserung des ATX-Standards war schon lange nötig. Auch wenn der ATX-3.0-Standard anfangs Probleme verursacht und zu übermäßigen Hitzeentwicklungen geführt hat, wurde dieses Problem beim ATX-3.1-Standard weitestgehend behoben. Insbesondere die neuen Grafikkarten der RTX-5000-Serie profitieren von diesem Standard. Bei zukünftigen Grafikkartengenerationen ist ein Wechsel auf ATX 3.x ratsam.
Was hältst du von ATX 3.0 und ATX 3.1? Hast du bereits ein Netzteil mit diesem Standard oder verlässt du dich noch auf den alten ATX-2.4-Standard? Lass es uns in den Kommentaren wissen!









Sehr interessanter Artikel, mir war nicht bewusst, dass hinter dem neuen 12-Pin Stecker soviel mehr steckt. Daumen hoch. 🙂