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Blog Beitragsbild - RTX 5000 Hotspot

Der RTX-50-Hotspot ist offenbar doch noch vorhanden – obwohl Nutzer den Temperaturwert seit dem Launch der neuen Nvidia-Grafikkarten nicht mehr mit bekannten Programmen auslesen können. 



Nvidias internes Diagnosewerkzeug hat jetzt bei einer GeForce RTX 5070 Ti einen Hotspot von 107 °C offengelegt, während unter Windows lediglich unauffällige 68 °C angezeigt wurden.

Die Grafikkarte erreichte dadurch mehrfach ihr Temperaturlimit und reduzierte automatisch ihren Takt. Ohne das interne Tool wäre die wahre Ursache des Leistungsverlusts vermutlich unentdeckt geblieben.

Seit dem RTX-50-Launch fehlt die Hotspot-Temperatur

Mit dem Marktstart der GeForce-RTX-50-Serie im Januar 2025 verschwand die Hotspot-Temperatur aus bekannten Überwachungsprogrammen wie GPU-Z, HWiNFO und MSI Afterburner.

Teilweise zeigten die Programme zunächst offensichtlich fehlerhafte Werte von 255 °C an. Später wurde der Messwert vollständig aus den Anwendungen entfernt.

Was zeigt die Hotspot-Temperatur an?

Die normale GPU-Temperatur zeigt einen repräsentativen Durchschnittswert des Grafikchips. Sie verrät jedoch nicht, wie heiß die wärmste Stelle der GPU tatsächlich wird.

Die Hotspot-Temperatur stammt vom heißesten Messpunkt innerhalb des Grafikchips. Sie kann dadurch Probleme sichtbar machen, die bei der normalen GPU-Temperatur nicht auffallen.

Dazu gehören beispielsweise ein ungleichmäßiger Anpressdruck des Kühlers, schlecht verteilte Wärmeleitpaste oder ein nicht vollständig aufliegender Kühlkörper.

Warum ist der Hot-Spot-Messwert bei RTX 50 wichtig?

Eine Grafikkarte kann im Durchschnitt weniger als 70 °C erreichen, während eine einzelne Stelle des Grafikchips bereits deutlich über 100 °C liegt.

Genau das ist bei der untersuchten RTX 5070 Ti passiert. Die sichtbare Temperatur wirkte unauffällig, während der versteckte Hotspot bereits die thermische Drosselung auslöste.

RTX 5070 Ti drosselt trotz 68 °C GPU-Temperatur

Ausgangspunkt der Untersuchung brasilianischer Reparatur-Spezialisten war eine Gigabyte GeForce RTX 5070 Ti. Der Besitzer berichtete von einer auffällig niedrigen Gaming-Leistung und sehr schnell drehenden Lüftern.

Die unter Windows sichtbaren Temperaturen lieferten zunächst keine Erklärung. HWiNFO und MSI Afterburner meldeten unter Last lediglich rund 67 bis 68 °C für den Grafikchip.

Nvidias MODS-Tool zeigt den versteckten RTX-50-Hotspot

Die Grafikkarte wurde deshalb mit Nvidias interner Modular Diagnostics Software untersucht. Das Diagnosewerkzeug wird unter anderem bei der Produktion, Validierung und Reparatur von Grafikkarten eingesetzt.

MODS läuft über eine Linux-Umgebung und kann auf interne Sensordaten zugreifen, die normale Windows-Programme nicht erhalten.

Während die bekannten Tools lediglich rund 68 °C anzeigten, meldete MODS eine Hotspot-Temperatur von bis zu 107 °C.

Die Grafikkarte erreicht ihr Temperaturlimit

Bei 107 °C erreichte die RTX 5070 Ti offenbar ihr thermisches Schutzlimit. Daraufhin reduzierte die Grafikkarte automatisch ihre Taktraten, um eine weitere Erwärmung zu verhindern.

In einem einzelnen Testlauf trat diese Drosselung insgesamt fünfmal auf. Sobald der Takt sank, kühlte sich die GPU kurzfristig ab.

Anschließend erhöhte die Grafikkarte ihren Takt erneut, erreichte wieder 107 °C und drosselte ein weiteres Mal. Dadurch entstanden die vom Nutzer beobachteten Leistungsschwankungen.

Messwert oder VerhaltenNormale Windows-ToolsNvidia MODS
GPU-Temperatur67 bis 68 °Crund 68 °C
Hotspot-Temperaturnicht verfügbarbis zu 107 °C
Thermische DrosselungUrsache nicht sichtbarmehrfach aufgezeichnet
Test nach ReparaturHotspot weiterhin unsichtbarTemperaturtest bestanden

Schlecht verteilte Wärmeleitpaste verursacht den Hotspot

Nachdem MODS die hohe Temperatur bestätigt hatte, wurde der Kühler der RTX 5070 Ti demontiert.

Dabei zeigte sich, dass die Wärmeleitpaste den Grafikchip nicht gleichmäßig bedeckte. Vor allem im mittleren Bereich waren teilweise trockene Stellen zu erkennen.

Warum bleibt die normale GPU-Temperatur trotzdem niedrig?

Die Wärmeleitpaste hatte sich offenbar hauptsächlich an den Rändern des Chips gesammelt. Große Bereiche konnten dadurch weiterhin ausreichend Wärme an den Kühler abgeben.

An einer schlechter gekühlten Stelle entstand jedoch ein lokaler Hotspot. Dieser erreichte 107 °C, obwohl die durchschnittliche Temperatur weiterhin unter 70 °C lag.

Der sichtbare Messwert war damit nicht falsch. Er zeigte allerdings nur einen Teil des tatsächlichen Temperaturverhaltens.

Frische Wärmeleitpaste senkt die Temperatur

Nach dem Entfernen und erneuten Auftragen der Wärmeleitpaste sank die gemessene Hotspot-Temperatur auf ungefähr 100 °C.

Der Wert war damit noch immer vergleichsweise hoch, lag aber offenbar unterhalb der zuvor erreichten Drosselgrenze. Die Grafikkarte bestand anschließend den Temperaturtest des internen Diagnosewerkzeugs.

Der Fall zeigt, wie wichtig die Hotspot-Temperatur bei der Fehlersuche sein kann. Ohne MODS wäre die sichtbare GPU-Temperatur von 68 °C vermutlich weiterhin als problemlos bewertet worden.

Hat die RTX-50-Serie ein Temperaturproblem?

Aus dem untersuchten Modell lässt sich bislang kein allgemeines Temperaturproblem der gesamten GeForce-RTX-50-Serie ableiten.

Dokumentiert ist zunächst ein konkreter Reparaturfall einer RTX 5070 Ti. Eine schlecht verteilte Wärmeleitpaste oder ein fehlerhafter Kühlerkontakt kann grundsätzlich auch bei einzelnen Grafikkarten anderer Generationen auftreten.

Ein Reparaturfall beweist keinen Serienfehler

Der Fund bedeutet nicht, dass jede RTX 5070 Ti oder jede RTX-50-Grafikkarte einen Hotspot von mehr als 100 °C erreicht.

Auch hohe Lüfterdrehzahlen oder schwankende Taktraten können andere Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise ein erreichtes Power-Limit, Treiberprobleme oder eine schlechte Belüftung des Gehäuses.

Problematisch ist jedoch, dass Nutzer den entscheidenden Temperaturwert selbst nicht überprüfen können.

Der Sensor wurde offenbar nicht entfernt

Der Test bestätigt, dass die Hotspot-Daten bei Blackwell-Grafikkarten weiterhin vorhanden sind. Nvidias internes Werkzeug kann den Wert auslesen und für Temperaturtests verwenden.

Der Sensor wurde demnach offenbar nicht vollständig aus der GPU entfernt. Stattdessen werden die Messdaten nicht mehr an öffentlich verfügbare Programme weitergegeben.

Warum Nvidia den RTX-50-Hotspot nicht mehr über den Treiber zur Verfügung stellt, ist weiterhin unklar.

Woran erkennst du einen möglichen RTX-50-Hotspot?

Ein ungewöhnlich lauter Kühler bei gleichzeitig niedriger GPU-Temperatur kann auf ein Problem mit der Wärmeübertragung hindeuten.

Auch wiederkehrende Leistungseinbrüche, schwankende Taktraten oder eine unerwartet niedrige Gaming-Leistung unter längerer Last passen zum Verhalten der untersuchten RTX 5070 Ti.

Diese Werte solltest du überprüfen

Da der Hotspot selbst nicht sichtbar ist, kannst du zunächst andere Messwerte beobachten. Dazu gehören die GPU-Temperatur, die Leistungsaufnahme, die Lüfterdrehzahl und die Taktrate.

Fällt die Taktrate regelmäßig ab, obwohl weder die normale Temperatur noch die Leistungsaufnahme ein klares Limit zeigen, könnte eine thermische Ursache infrage kommen.

Die Symptome sind jedoch kein eindeutiger Beweis für einen zu heißen Hotspot.

Grafikkarte nicht selbst öffnen

Bevor du den Kühler deiner Grafikkarte demontierst, solltest du zunächst den Airflow im Gehäuse, die Lüfter und die Treiber überprüfen.

Besteht noch Garantie und zeigt die Grafikkarte deutliche Leistungsprobleme, ist die Prüfung durch den Händler oder Hersteller die bessere Wahl. Das eigenständige Öffnen der Karte kann die Abwicklung eines Garantiefalls erschweren.

Ein neues Tool soll den RTX-50-Hotspot schätzen

Aktuell befindet sich außerdem ein kostenloses Windows-Werkzeug in Entwicklung, das die versteckte Hotspot-Temperatur anhand anderer Sensordaten abschätzen soll.

Dafür sollen unter anderem die Leistungsaufnahme, thermische Rohdaten und die Lüftersteuerung ausgewertet werden.

Keine echte Alternative zum internen Sensor

Das Tool kann den Hotspot nicht direkt auslesen. Es berechnet lediglich einen möglichen Wert anhand des Verhaltens der Grafikkarte.

Die Ergebnisse sollen zwar mit echten MODS-Messungen abgeglichen werden, können den tatsächlichen internen Sensorwert aber nicht vollständig ersetzen.

Ein konkreter Veröffentlichungstermin für das Werkzeug steht derzeit noch nicht fest.

Nvidia sollte den RTX-50-Hotspot wieder freigeben

Der entdeckte RTX-50-Hotspot beweist kein allgemeines Temperaturproblem der gesamten Generation. Er zeigt aber, wie leicht eine Grafikkarte trotz scheinbar guter Messwerte thermisch drosseln kann.

Der Sensor ist vorhanden, die Grafikkarte reagiert auf seinen Messwert und Nvidias internes Tool kann ihn auslesen. Nur die Nutzer selbst erhalten keinen Zugriff darauf.

Eine erneute Freigabe über den Treiber würde die Fehlersuche deutlich vereinfachen und für mehr Transparenz sorgen. 

Möchtest du die Hotspot-Temperatur deiner RTX-50-Grafikkarte wieder selbst überwachen können oder reichen dir die aktuell sichtbaren Werte? Schreib uns deine Meinung gerne in die Kommentare!

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