Laut Law30 haben Verbraucher und Geschäftskunden eine Sammelklage gegen die Speicherhersteller Samsung, SK Hynix und Micron eingereicht. Grund dafür sei laut Klage, dass diese für eine künstliche Verknappung von DRAM sorgen sollen, um die Preise nach oben zu ziehen. Ob sich die Vorwürfe im Verfahren bestätigen lassen, wird nun das Gericht klären.
Angebliche Verknappung von klassischem DRAM
In der Anklage heißt es, Samsung, SK Hynix und Micron würden weniger DRAM für den Verkauf bei Endkunden produzieren oder zur Verfügung stellen. Gleichzeitig wurden die Kapazitäten zu HBM verschoben – sogenannter High Bandwidth Memory, der zu einem großen Teil bei KI-Beschleunigern oder Datencenter-Hardware genutzt wird.
Den Klägern zufolge seien die Speicherangebote dadurch insgesamt erheblich eingeschränkt, was zu extrem erhöhten Preisen bei Arbeitsspeicher führt.
Samsung, SK Hynix und Micron: 90 % Marktanteil der Speicherhersteller
Marktanalysen gehen davon aus, dass Samsung, SK Hynix und Micron zusammen rund 90 % des weltweiten DRAM-Marktes kontrollieren. Bei einem Wettbewerb hätte zumindest einer der Hersteller die steigenden Preise genutzt, um mehr Ware auf den Markt zu bringen und Kunden für sich zu gewinnen – so zumindest eine zentrale Argumentation der Anklage. Stattdessen sollen alle drei Hersteller absichtlich für eine Verknappung von DRAM gesorgt haben.
Die Vorwürfe beziehen sich dabei nicht nur auf die aktuelle Speicherkrise. Innerhalb von vier Jahren sollen die Preise für Speicher auf um 700 % gestiegen sein, so steht es in der Anklage.
Preisabsprache wäre nicht das erste Mal
In der Anklage wird auch erwähnt, dass es bereits 2005 Preisabsprachen zwischen Samsung, SK Hynix und Micron gab. Die drei Hersteller haben dies damals vor dem Justizministerium der Vereinigten Staaten zugegeben. Samsung musste eine Strafe von 300 Millionen US-Dollar zahlen, SK Hynix 185 Millionen.
Die Kläger behaupten, dass die aktuelle Krise durch eine solche Preisabsprache entstanden sein soll.
Speicherkrise macht gesamte Hardware teurer
Die Speicherkrise sorgt in allen Bereichen von Gaming-Hardware für erhöhte Preise. Nicht nur RAM und SSDs sind teurer geworden – auch die Konsolen sind betroffen. Dazu zählt auch die kommende Steam Machine, die bei einem Verkaufspreis von über 1.000 Euro startet.
Es bleibt abzuwarten, ob die Klage etwas bringt. Die Speicherhersteller haben die Chance, die Vorwürfe zu bestreiten. So oder so sollte man nicht damit rechnen, dass sich die Speicherkrise plötzlich in Luft auflöst.
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