Die Wärmeleitpaste zu erneuern kann deinem Gaming-PC einen richtigen Boost verleihen. Aktuell ist neue Hardware ziemlich teuer – und nicht jeder möchte unbedingt so tief in die Tasche greifen. Doch was, wenn die Grafikkarte sich extrem erhitzt und die Lüfter oft unnötig hochdrehen? Dann könnte die Wärmeleitpaste das Problem sein.
In diesem Blog gebe ich euch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Bildern, wie ihr eure Wärmeleitpaste erneuert.
Inhaltsverzeichnis
Warum wird meine Grafikkarte so heiß?
Wenn du eine neue Grafikkarte kaufst, befindet sich auf dem Chip eine Wärmeleitpaste. Die ist anfangs frisch und sorgt dafür, dass die Wärme richtig abgeleitet wird. Insbesondere die Grafikkarte ist anfällig für Hitze, da die beim Gaming schließlich alles gibt, was sie kann.
Wofür ist die Wärmeleitpaste genau?
Wärmeleitpaste wird dafür verwendet, um die Wärmeübertragung zwischen zwei Oberflächen zu verbessern. Mögliche Unebenheiten zwischen Grafikchip bzw. CPU und Kühler werden damit aufgefüllt.
Was ich bei meiner alten Grafikkarte beobachten konnte
2020 habe ich mir eine RTX 2070 Super gekauft. Über die Jahre habe ich viel damit gezockt, was irgendwann nachgelassen hat. 2025 wollte ich schließlich wieder mehr spielen, aber da habe ich dann gemerkt: Ab und zu drehen Lüfter in meinem Gaming-PC extrem hoch und klingen für 3-5 Sekunden so, als würde er gleich abheben. Auf Dauer war es super nervig, sodass eine Lösung her musste, denn zu dem Zeitpunkt hatte ich kein Geld für neue Hardware.
Die erste Hürde: Welche Lüfter drehen überhaupt hoch? Dass es die Lüfter der Grafikkarte waren, ist mir erst später aufgefallen. Die zweite Hürde: Herauszufinden, warum.
Die ersten Infos, die ich online finden konnte, waren, dass das ein übliches Problem bei den RTX 2070/80-Karten sei und man manuell die Lüfterkurven in MSI Afterburner einstellen muss. Soweit so gut, habe ich gemacht – aber mein Gaming-PC hat die Lüfterkurve ignoriert und weiterhin Radau gemacht.
Undervolting war der nächste Lösungsansatz. Eine Zeit lang hat das funktioniert, doch dann ging es wieder los.
Nachdem ich noch mehr gegoogelt habe, fand ich heraus, dass die Grafikkarte einfach zu heiß wird. Besonders der Hotspot, der ohnehin der heißeste Punkt auf einer Grafikkarte ist, wurde viel zu heiß. Geholfen hat mir da das Tool HWiNFO64, das mir alle wichtigen Daten zur Grafikkarte und Temperatur angezeigt hat. Hohe Temperaturen sind zwar bei diesem Punkt normal, aber wenn die Lüfter zusätzlich noch extrem aufdrehen, sollte man es nicht ignorieren.
Und die Lösung dafür? Ich sollte mir mal die Wärmeleitpaste ansehen. Wie sich herausgestellt hat, war genau dort das Problem: Die Paste war komplett vertrocknet.
Schritt für Schritt zur neuen Wärmeleitpaste
Die Wärmeleitpaste musste also erneuert werden. Und es ist auch gar nicht so kompliziert – du solltest nur alles Nötige bereit haben. Was brauchst du dafür? Ganz wichtig natürlich: die neue Wärmeleitpaste. Marken wie Arctic und Thermal Grizzly sind dafür die beste Anlaufstelle. Auf der Caseking-Seite findest du Wärmeleitpasten mit unterschiedlichen Mengen, aber für einmal erneuern reichen 1-2 Gramm locker. Willst du auch die Wärmeleitpads erneuern, brauchst du die auch noch – auch hier ist Thermal Grizzly zu empfehlen.
Außerdem brauchst du entweder vorbereitete Pads, die in Reinigungsalkohol getränkt wurden, oder Isopropanol und ein fusselfreies Tuch, um die trockene Wärmeleitpaste zu entfernen. Zum Auftragen der neuen Wärmeleitpaste ist zudem auch ein Spachtel hilfreich oder irgendetwas, das dazu umfunktioniert werden kann. Wichtig zum Entfernen der Abdeckung ist auch ein kleiner Schraubenzieher. Mehr dazu weiter unten.
Für eine optimale Vorbereitung holst du dir am besten ein iFixit Toolkit, bei dem alle nötigen Werkzeuge enthalten sind.
Grafikkarte aus dem Gehäuse lösen und Abdeckung entfernen

Zuerst habe ich den PC vom Strom genommen und das Stromkabel der Grafikkarte abgezogen. Bei meinem Gehäuse musste ich Schrauben an der Slotblende entfernen, um danach die GPU vom Mainboard zu lösen. Die Grafikkarte habe ich dann mit der Oberseite nach oben auf ein Tuch gelegt, damit ich an die Schrauben oben komme und diese herausschrauben kann.
Auf dem Bild ist auch der Schraubenzieher zu erkennen – ich hatte Glück, dass ich sowas zufälligerweise zuhause herum zu liegen hatte. Ich hatte mich vorher nicht informiert, was für einen Schraubenzieher man benötigt.
Ich habe alle Schrauben entfernt und darauf geachtet, sie nicht zu mischen, denn bei meiner Grafikkarte gab es unterschiedliche Arten von Schrauben.
Als alle Schrauben entfernt waren, konnte ich die Abdeckung lösen. Beide Seiten waren noch mit einem Lüfter-Stromkabel verbunden, das ich dran gelassen habe.

Es war direkt zu erkennen, dass die Wärmeleitpaste auf dem Grafikchip so trocken war wie die Sahara.
Getrocknete Wärmeleitpaste entfernen
Ich hatte mich für die Arctic MK-6 Wärmeleitpaste entschieden, bei der auch direkt ein paar Alkohol-Pads dabei waren. Damit konnte ich den Grafikchip fast restlos säubern, ebenso die andere Seite, auf die der Chip aufliegt.
Wärmeleitpaste
Neue Wärmeleitpaste auf dem Chip verteilen
Nachdem die trockenen Reste entfernt wurden, habe ich die neue Wärmeleitpaste auf dem Chip verteilt. Mein improvisierter Spachtel hat seinen Job gut erfüllt. Im Gegensatz zu CPUs, bei denen es reicht, die Paste in der Mitte raufzugeben, solltest du die Wärmeleitpaste auf einem Grafikchip immer gut verteilen.
Wenn du schon dabei bist, kannst du die Wärmeleitpads auch erneuern. In meinem Fall habe ich nicht daran gedacht, aber für eine optimale Performance empfehle ich dir, daran zu denken.
Im Anschluss wird die Abdeckung wieder angeschraubt – achte auf die Schrauben, falls auch du unterschiedliche Schrauben hast.
Was das Erneuern der Wärmeleitpaste gebracht hat
Das Erneuern hat Wunder bewirkt: Die Lüfter drehen nicht mehr hoch und insgesamt sind die Temperaturen der Grafikkarte plötzlich wieder im normalen Bereich. Die GPU läuft wieder mit voller Leistung.
Neue Hardware zu teuer? Bring deine alte Hardware wieder auf Vordermann
Deine alte Grafikkarte macht auch Probleme? Dann ist ein Blick nach innen ganz sinnvoll – und wie du siehst, ist es nicht einmal kompliziert und geht relativ schnell. Meiner Meinung nach ist es eine gute Alternative, die Wärmeleitpaste zu erneuern oder einfach das Gehäuse zu entstauben, wenn man gerade kein Geld für neue Hardware hat.
Hast du ähnliche Probleme?
Hast du mal geschaut, ob du die Wärmeleitpaste erneuern musst, damit deine GPU wieder mit voller Power läuft? Oder greifst du lieber direkt zu neuer Hardware, egal wie viel sie kostet? Schreib’s in die Kommentare!





