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Blog Beitragsbild - GPU Preise Steigen

Die Preise für Grafikkarten ziehen erneut an. Was zunächst vor allem in asiatischen Märkten sichtbar wurde, lässt sich inzwischen auch im deutschen Handel erkennen.



Hinter der Entwicklung steckt nicht nur eine kurzfristige Schwankung. Steigende Speicherkosten, knappe Produktionskapazitäten und die hohe Nachfrage aus dem KI-Sektor könnten die GPU-Preise noch länger belasten.

Ende Juli 2026: Nvidia hebt seine Partnerpreise erneut an

Mehrere Berichte aus der asiatischen Lieferkette sprechen von einer weiteren Preiserhöhung für Grafikkarten-Kits. Diese Kits bestehen aus dem eigentlichen Grafikchip und dem dazugehörigen Grafikspeicher, den die Boardpartner gemeinsam beziehen.

Demnach sollen die Einkaufspreise für bestimmte Nvidia-Kits um etwa 20 bis 30 Prozent angehoben worden sein. Nach früheren Anpassungen im Januar und Mai wäre es bereits die dritte Preisrunde des Jahres 2026.

Betroffen sein sollen sowohl aktuelle Modelle mit GDDR7 als auch ältere Grafikkarten mit GDDR6. Die genannten Prozentsätze wurden von Nvidia bisher jedoch nicht offiziell bestätigt. Sie bedeuten außerdem nicht, dass jede Grafikkarte im Einzelhandel automatisch um 20 oder 30 Prozent teurer wird.

Auch Radeon-Grafikkarten stehen unter Preisdruck

Für AMD kursieren ebenfalls Meldungen über höhere Preise für Bundles aus Grafikchip und Speicher. Die Lieferkettenberichte sprechen von mindestens 10 Prozent und einer Umsetzung ab August 2026.

Eine offizielle Preisliste liegt auch hier nicht vor. Da Nvidia und AMD jedoch auf denselben angespannten Speichermarkt zugreifen, wäre eine ausschließliche Verteuerung von GeForce-Grafikkarten unwahrscheinlich.

Die Preisabstände zwischen vergleichbaren Radeon- und GeForce-Modellen könnten deshalb weitgehend bestehen bleiben, während sich das gesamte Preisniveau nach oben verschiebt.

Warum steigen die Grafikkartenpreise gerade wieder?

Der aktuelle Preisanstieg hat mehrere Ursachen. Der wichtigste Treiber ist die angespannte Versorgung mit DRAM-Speicher, aus dem auch GDDR6 und GDDR7 für Gaming-Grafikkarten hervorgehen.

Die wichtigsten Preistreiber sind: 

  • steigende Preise für DRAM, GDDR6 und GDDR7
  • begrenzte Produktionskapazitäten bei Speicherherstellern
  • hohe Nachfrage nach Speicher für KI-Beschleuniger und Server
  • auslaufende Lagerbestände, die noch günstiger eingekauft wurden
  • vorsichtigere Bestellungen und teilweise zurückgehaltene Ware
  • hohe Nachfrage nach beliebten Mittelklasse- und High-End-Modellen

GDDR6 und GDDR7 werden teurer

Für das dritte Quartal 2026 wird bei herkömmlichem DRAM mit einem weiteren Anstieg der Vertragspreise um 13 bis 18 Prozent gegenüber dem vorherigen Quartal gerechnet.

Grafikspeicher ist davon direkt betroffen. Obwohl die Nachfrage nach GDDR6 und GDDR7 in einzelnen Bereichen schwächer ausfällt, bleibt die verfügbare Produktionskapazität begrenzt. Dadurch können die Preise gemeinsam mit dem restlichen DRAM-Markt weiter steigen.

Je mehr VRAM eine Grafikkarte besitzt, desto stärker können höhere Speicherpreise auf die Herstellungskosten durchschlagen. Das macht vor allem Modelle mit 16 GB oder mehr anfällig für größere Preisbewegungen.

KI-Rechenzentren verändern den Speichermarkt

Die hohe Nachfrage nach Server-DRAM und HBM für KI-Beschleuniger beeinflusst den gesamten Speichermarkt. Speicherhersteller konzentrieren einen wachsenden Teil ihrer Kapazitäten auf Server- und KI-Produkte, da dort langfristige Verträge und höhere Margen möglich sind.

Für Consumer-Produkte bleibt dadurch weniger Spielraum. Einer der größten Speicherproduzenten rechnet für die zweite Jahreshälfte 2026 mit weiter steigender Nachfrage nach Server-DRAM und HBM. Trotz Produktionssteigerungen soll der Markt unterversorgt bleiben.

HBM und GDDR sind zwar unterschiedliche Speicherprodukte. Sie greifen jedoch teilweise auf dieselben Fertigungsressourcen, Reinräume und DRAM-Waferkapazitäten zurück. Ein größerer HBM-Anteil kann deshalb den verfügbaren Spielraum für andere Speicherarten zusätzlich verringern.

“Günstig” eingekaufte Lagerware ist zunehmend aufgebraucht

Steigende Herstellerpreise erreichen den Einzelhandel nicht sofort. Händler und Distributoren können zunächst Grafikkarten verkaufen, die noch zu älteren Konditionen eingekauft wurden.

Sobald diese Bestände aufgebraucht sind, muss zu höheren Preisen nachbestellt werden. Genau dieser verzögerte Effekt dürfte derzeit eine wichtige Rolle spielen.

Hinzu kommt, dass manche Marktteilnehmer ihre vorhandene Ware zurückhalten, wenn sie mit weiteren Preiserhöhungen rechnen. Ein kurzfristig kleineres Angebot kann die Händlerpreise zusätzlich nach oben treiben.

August 2026: Die neue GPU-Preiswelle ist in Deutschland angekommen

Im deutschen Handel sind die Grafikkartenpreise seit Mitte Juli im Durchschnitt um 7,4 Prozent gestiegen. Grundlage ist ein Preisindex aus 14 aktuellen Modellen von AMD, Intel und Nvidia.

High-End-Grafikkarte mit rot beleuchteten Triple-Fans in dramatischer Studioausleuchtung
Leistungsstarke GPU mit markanter RGB-Beleuchtung – ideal für RX 9050 & 9060 XT Gerüchteberichte

Gegenüber dem niedrigen Preisniveau vom September 2025 liegt dieser Index mittlerweile rund 25 Prozent höher. Besonders auffällig ist, dass sich der Anstieg innerhalb weniger Wochen deutlich beschleunigt hat.

Zeitstrahl der aktuellen Grafikkarten-Preisentwicklung 

ZeitraumEntwicklungBedeutung für Käufer
Herbst 2025Viele Grafikkarten erreichen vorläufige TiefstpreiseVergleichsweise günstiger Zeitpunkt für Upgrades
Januar 2026Erste Berichte über höhere EinkaufspreiseHändlerpreise reagieren zunächst nur vereinzelt
Mai 2026Weitere Preisanpassungen in der LieferketteGünstig eingekaufte Lagerbestände werden knapper
Mitte Juli 2026Preise im deutschen Handel steigen wieder spürbarBesonders Mittelklasse-Modelle verteuern sich
Ende Juli 2026Neue Preisrunde für GPU- und Speicher-Kits gemeldetZusätzlicher Preisdruck auf aktuelle Grafikkarten
August 2026Höhere Preise erreichen zunehmend den HandelEine schnelle Entspannung wird unwahrscheinlicher
Bis Ende 2026Speicherangebot dürfte angespannt bleibenPreise könnten hoch bleiben oder weiter steigen

Die Entwicklung verläuft nicht bei jeder Grafikkarte gleich. Lagerbestände, Nachfrage und verfügbare Custom-Designs können dafür sorgen, dass einzelne Modelle stabil bleiben, während andere innerhalb weniger Tage deutlich teurer werden.

Mittelklasse-Grafikkarten legen besonders deutlich zu

Die Preisbewegung betrifft nicht nur extrem teure High-End-Modelle. Zwischen Mitte Juli und Anfang August verteuerten sich mehrere Grafikkarten aus der Mittel- und Oberklasse überdurchschnittlich. 

Bei der GeForce RTX 5060 Ti mit 16 GB waren es etwa 11 Prozent, bei der RTX 5070 Ti rund 10 Prozent. Auch die Radeon RX 9060 XT mit 8 GB legte um ungefähr 8 Prozent zu. Einzelne Modelle können sich aufgrund unterschiedlicher Lagerbestände allerdings deutlich anders entwickeln.

Südkorea und Japan liefern ein deutliches Warnsignal

In Südkorea wurden bei einer Stichprobe aktueller GeForce-RTX-50-Grafikkarten innerhalb weniger Tage Preissteigerungen zwischen 3 und knapp 50 Prozent beobachtet. Im Durchschnitt lag der Anstieg bei rund 30 Prozent.

Diese Zahlen bilden nicht den gesamten Markt ab und lassen sich nicht direkt auf Deutschland übertragen. Sie zeigen jedoch, wie schnell Händlerpreise reagieren können, wenn Distributoren neue Einkaufskonditionen weitergeben oder vorhandene Ware zurückhalten.

In Japan kündigte ein großer Distributor zudem Preiserhöhungen zwischen 20 und 40 Prozent für neue Bestellungen ab dem 1. August 2026 an.

Was bedeutet die Preissteigerung für PC-Gamer?

Die neue Preissteigerung dürfte nicht jedes Modell gleichzeitig und im gleichen Umfang treffen. Grafikkarten mit hohen Lagerbeständen können noch eine Zeit lang stabil bleiben. Seltene oder besonders gefragte Modelle reagieren dagegen häufig schneller.

Vor allem im Bereich zwischen 400 und 1.000 Euro verschlechtert sich das Preis-Leistungs-Verhältnis. Hier treffen höhere Speicherkosten auf eine besonders preissensible Zielgruppe.

Für einen neuen Gaming-PC bedeutet das: Das GPU-Budget sollte nicht mehr anhand älterer Preisempfehlungen oder Tiefstpreise aus dem vergangenen Jahr geplant werden. Entscheidend ist der tatsächlich verfügbare Marktpreis zum Zeitpunkt des Kaufs.

Auch ein Wechsel zu einer anderen GPU-Marke schützt nicht automatisch vor der Preiswelle. AMD, Intel und Nvidia verwenden zwar unterschiedliche Architekturen und Speicherbestückungen, sind aber grundsätzlich von steigenden Kosten für Grafikspeicher und weitere Bauteile abhängig.

Werden die Grafikkartenpreise bald wieder sinken?

Eine schnelle und breite Entspannung ist derzeit unwahrscheinlich. Die Speicherpreise steigen weiter, während neue Fertigungskapazitäten nicht innerhalb weniger Monate aufgebaut werden können.

Bis Ende 2026 ist keine deutliche Entspannung absehbar

Für die kommenden Monate sprechen mehr Faktoren für weiter steigende GPU-Preise als für eine Rückkehr zu den Tiefstständen aus dem Jahr 2025.

Dabei muss der Anstieg nicht geradlinig verlaufen. Schwächere Nachfrage, Sonderangebote oder der Abverkauf einzelner Modelle können zwischenzeitlich für günstigere Preise sorgen. Eine vorübergehende Reduzierung einzelner Karten wäre daher noch keine allgemeine Markterholung.

Auch 2027 könnte der Speichermarkt angespannt bleiben

Aktuelle Marktprognosen gehen davon aus, dass das DRAM-Angebot auch 2027 knapp bleibt. Selbst Hersteller von KI-Beschleunigern prüfen deshalb bereits Konfigurationen mit weniger HBM, um mehr Chips aus der verfügbaren Speichermenge fertigen zu können.

Der Speicherhersteller Samsung erwartet sogar über das Jahr 2027 hinaus eine höhere Nachfrage als verfügbare Produktion. Erste zusätzliche Kapazitäten sollen zwar ab 2027 und 2028 anlaufen, doch neue Speicherfabriken benötigen lange Planungs-, Bau- und Anlaufzeiten.

Dauerhaft müssen die Preise trotzdem nicht auf diesem Niveau bleiben

Grafikkartenpreise reagieren nicht ausschließlich auf Herstellungskosten. Wenn die Nachfrage stark genug zurückgeht, können Händler und Hersteller ihre Margen reduzieren oder mehr Sonderangebote einsetzen.

Langfristig können nur zusätzliche Produktionskapazitäten und eine schwächere KI-Nachfrage den Markt wieder entlasten. Eine zuverlässige Prognose für den Zeitpunkt ist momentan aber nicht möglich.

Eine schnelle Rückkehr zum Preisniveau des Sommers oder Herbstes 2025 sollte daher vorerst nicht eingeplant werden.

Solltest du jetzt eine Grafikkarte kaufen oder lieber warten?

Wer ohnehin in den nächsten Wochen aufrüsten wollte und sein Wunschmodell zu einem akzeptablen Preis findet, sollte nicht gezielt auf einen kurzfristigen allgemeinen Preisrückgang spekulieren.

Ein Panikkauf ist trotzdem keine gute Lösung. Vor einer Bestellung solltet ihr vor allem diese Punkte vergleichen: 

  • tatsächlicher Händlerpreis statt unverbindlicher Preisempfehlung
  • Leistung in der gewünschten Auflösung
  • verfügbare Menge an Grafikspeicher
  • Lautstärke und Kühlung des Custom-Designs
  • Größe der Grafikkarte und Platz im Gehäuse
  • Leistungsaufnahme und Anforderungen an das Netzteil
  • Aufpreis gegenüber dem nächstschnelleren oder langsameren Modell

Wer mit seiner aktuellen Grafikkarte noch zufrieden ist, kann die weitere Entwicklung beobachten. Preisalarme helfen dabei, kurzfristige Angebote zu erkennen, ohne täglich sämtliche Modelle kontrollieren zu müssen.

Bei einem kompletten Gaming-PC lohnt sich außerdem der Blick auf den Gesamtpreis. Eine etwas günstigere Grafikkarte kann sinnvoller sein, wenn dadurch genug Budget für eine passende CPU, ein zuverlässiges Netzteil und ausreichend Arbeitsspeicher bleibt.

Die neue GPU-Preiswelle wird uns länger begleiten

Der Anstieg der Grafikkartenpreise ist inzwischen auch im deutschen Handel klar zu erkennen. Die besonders hohen Prozentwerte aus Asien lassen sich zwar nicht eins zu eins übertragen, zeigen aber die Richtung der aktuellen Entwicklung.

Steigende Speicherkosten und knappe Kapazitäten werden den Markt noch weit über das laufende Quartal hinaus beeinflussen. Wer einen Kauf plant, sollte deshalb nach einem fairen Angebot für die benötigte Leistung suchen, statt auf eine schnelle Rückkehr zu früheren Tiefstpreisen zu vertrauen.

Welche Grafikkarte beobachtest du gerade – und ab welchem Preis würdest du zuschlagen? Schreib es uns gerne in die Kommentare!

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