Corsair geht zurück zu den Anfängen: kantiges Design, Stahlgriffe, Utility-Look und ein Gehäuse, das nicht aussehen will wie jedes zweite Glas-RGB-Showcase.
Mit dem Warthog hat Corsair auf der Computex 2026 ein neues Midi-Tower-Gehäuse vorgestellt, das klar an das legendäre Vengeance C70 erinnert. Nur dieses Mal mit deutlich mehr Platz, besserem Airflow und Features für aktuelle High-End-Hardware.
Inhaltsverzeichnis
Release und Vorstellung: Corsair Warthog auf der Computex 2026
Corsair hat das Warthog im Rahmen der Computex 2026 vorgestellt. Die Messe in Taipeh war für den Hersteller nicht nur Bühne für neue Kühler, Netzteile und Peripherie, sondern auch für ein Gehäuse, das optisch sofort aus der Masse fällt.
Das Warthog ist kein Glasgehäuse, kein Holzfront-Tower und kein cleanes Wohnzimmer-Gehäuse. Es setzt auf einen rauen Military-Look, große Griffe, kantige Formen und Details, die eher an ein Flugzeug-Cockpit oder eine Werkbank erinnern.
Für PC-Bastler, die sich seit Jahren wieder ein Gehäuse mit mehr Charakter wünschen, ist genau das der Punkt: Das Warthog wirkt wie eine bewusste Gegenbewegung zu den vielen sehr glatten Gehäuse-Designs der letzten Jahre.
Corsair Warthog: Kurzüberblick der technischen Daten
Die wichtigsten technischen Daten für das Corsair Warthog findest du hier.
- Größe des Gehäuses: Midi-Tower
- Lüfter: 13x 120-mm-Lüfter
- Radiator: bis 360 mm
- Mainboard: Mini-ITX bis E-ATX und Back Connect Support
- Grafikkarte / CPU: bis 430 mm / 190 mm
Zurück zum C70: Warum das Corsair Warthog Nostalgie triggert
Das Corsair Vengeance C70 aus dem Jahr 2012 hatte damals einen sehr eigenen Look. Das Case erinnerte an eine Munitionskiste, brachte robuste Griffe mit und passte perfekt in eine Zeit, in der Gaming-PCs noch deutlich häufiger nach LAN-Party, Werkzeugkoffer und Militär-Optik aussehen durften.
Das Warthog greift diese DNA wieder auf.
Corsair übernimmt aber nicht einfach nur die Idee von damals, sondern zieht sie deutlich aggressiver auf. Die Front wirkt gröber, die Linien sind kantiger, die Schalter sitzen hinter Abdeckungen und der „Remove Before Build“-Anhänger spielt bewusst mit der Optik aus der Luftfahrt.
Das Ergebnis ist ein Gehäuse, das nicht auf leise Eleganz setzt, sondern auf Wiedererkennungswert. Genau dadurch dürfte das Warthog bei vielen Enthusiasten landen, die mit aktuellen Glas-Towern wenig anfangen können und lieber ein Case mit echter Haltung auf dem Schreibtisch oder unter dem Setup haben wollen.
Design: Jet-Schalter, Stahlgriffe und Militär
Optisch ist das Corsair Warthog sofort klar ein Statement-Gehäuse. Die Schutzabdeckungen über den Front-Tasten erinnern an Schalter aus einem Cockpit. Power, Reset und ein zusätzlicher Lichtschalter für die Beleuchtung der rückseitigen Anschlüsse sitzen nicht einfach nur im I/O-Bereich, sondern werden bewusst inszeniert.
Dazu kommen robuste Stahlgriffe. Die sehen nicht nur nach C70-Nostalgie aus, sondern helfen auch beim Bewegen des Gehäuses. Gerade bei schweren Builds mit großer Grafikkarte, AiO oder Custom-Wasserkühlung ist das kein reines Show-Element.
Corsair plant das Warthog in Schwarz und Olivgrün. Besonders die olivfarbene Variante dürfte den Military-Look stark unterstreichen. Wer es etwas zurückhaltender möchte, bekommt mit Schwarz die etwas neutralere Version, ohne dass der Charakter des Cases verloren geht.
Airflow: 3D-Y-Panel statt geschlossener Front
So martialisch das Warthog aussieht, technisch bleibt es klar auf Gaming-PCs und High-End-Hardware ausgelegt. Corsair nutzt an Front und Deckel ein 3D-Y-Mesh, das im Vergleich zu flachen Ausschnitten mehr Luft durchlassen soll.
Das ist wichtig, weil aktuelle Gaming-Systeme je nach CPU und GPU ordentlich Abwärme produzieren. Ein auffälliges Gehäuse bringt wenig, wenn die Hardware dahinter heißläuft oder die Lüfter dauerhaft hochdrehen müssen.
Beim Warthog steht Airflow deshalb ziemlich weit oben auf der Prioritätenliste. In die Front passen bis zu zwei 200-mm-Lüfter, zwei 140-mm-Lüfter oder drei 120-mm-Lüfter. Im Deckel und an der Seite sind ebenfalls große Kühloptionen vorgesehen.
Kühlung: Platz für viele Lüfter und große Radiatoren
Für Luftkühlung bietet das Corsair Warthog viel Spielraum. Insgesamt können bis zu 13 Lüfter im 120-mm-Format verbaut werden. Dazu kommt Corsairs InfiniRail-System, mit dem sich Lüfter flexibler positionieren lassen.
Auch Wasserkühlungen sind mitgedacht. Das Warthog bietet Montageplätze für 360-mm-Radiatoren an Front, Deckel und Seite. Zwei 360-mm-Radiatoren lassen sich gleichzeitig nutzen, was besonders für Builds mit leistungsstarker CPU und wassergekühlter Grafikkarte relevant ist.
Damit passt das Gehäuse gut zu Setups, bei denen nicht nur Optik zählt, sondern auch Kühlreserven. Wer einen starken Gaming-PC oder Workstation-Build plant, bekommt hier also nicht nur Military-Design, sondern auch genug Platz für leistungsstarke Kühlung.

Warthog vs. Warthog RS: Das ist der Unterschied
Corsair plant zwei Varianten: das normale Warthog und das Warthog RS.
Das Standardmodell kommt ohne vorinstallierte Lüfter. Das ist sinnvoll für alle, die ohnehin eigene Lüfter verbauen wollen oder bereits ein bestimmtes Lüfter-Setup im Kopf haben. Gerade Enthusiasten können so direkt auf ihre bevorzugten PWM-, ARGB- oder Silent-Lüfter setzen.
Das Warthog RS bringt ab Werk zwei RS200-PWM-Lüfter in der Front und einen RS120-PWM-Lüfter im Heck mit. Die beiden 200-mm-Lüfter sollen große Luftmengen bei niedriger Drehzahl bewegen, während der Hecklüfter warme Luft aus dem Gehäuse führt.
Wichtig: Die RS-Lüfter sind nicht auf RGB ausgelegt. Corsair will damit den robusten Look des Gehäuses nicht verwässern. Wer trotzdem Beleuchtung möchte, kann natürlich eigene ARGB-Lüfter einsetzen.
Platz für High-End-Hardware: Große GPUs, hohe Kühler und Back-Connect
Das Corsair Warthog ist ein Mid-Tower, fällt aber ziemlich geräumig aus. Das Gehäuse misst 534 mm in der Höhe, 284 mm in der Breite und 546 mm in der Länge.
Für Grafikkarten stehen bis zu 405 mm mit Frontlüftern oder bis zu 430 mm ohne Frontlüfter zur Verfügung. Damit ist genug Raum für viele aktuelle High-End-GPUs vorhanden. Eine integrierte GPU-Stütze soll außerdem verhindern, dass schwere Grafikkarten mit der Zeit sichtbar durchhängen.
Auch große Luftkühler passen hinein: Die maximale CPU-Kühlerhöhe liegt bei 190 mm. Netzteile dürfen bis zu 200 mm lang sein.
Bei den Mainboards unterstützt das Warthog Mini-ITX, Micro-ATX, ATX und E-ATX. Zusätzlich ist das Gehäuse auf Back-Connect-Mainboards vorbereitet, darunter ASUS BTF, MSI Project Zero und GIGABYTE Project Stealth. Kabel werden dadurch hinter das Mainboard verlegt, was den Innenraum deutlich sauberer wirken lässt.
Kabelmanagement: RapidRoute 2.0 mit Lochblech-Tray
Beim Kabelmanagement setzt Corsair auf RapidRoute 2.0 und einen Mainboard-Tray im Lochblech-Stil. Dadurch entstehen zusätzliche Befestigungspunkte für Kabelbinder und Halterungen.
Gerade bei Gehäusen mit Seitenteil aus Glas ist das wichtig. Der Innenraum soll nicht nur Luft bekommen, sondern auch aufgeräumt aussehen. Das Warthog verbindet hier den rauen Außenlook mit einer deutlich saubereren Struktur im Inneren.
Praktisch ist auch die Beleuchtung der rückseitigen Anschlüsse. Wer seinen PC unter dem Tisch, nah an der Wand oder in einem dunkleren Setup stehen hat, kennt das Problem: USB-Kabel und DisplayPort-Stecker blind an der Rückseite einzustecken, nervt. Beim Warthog lässt sich dafür eine Beleuchtung aktivieren.

Für wen lohnt sich das Corsair Warthog?
Das Corsair Warthog richtet sich klar an PC-Bastler, die kein komplett glattes Gehäuse wollen. Wer ein auffälliges Case mit C70-Anleihen und Militär-Look, viel Platz und starkem Airflow sucht, bekommt hier genau die richtige Richtung.
Besonders gut passt das Warthog zu Gaming-PCs mit großer Grafikkarte, kräftiger CPU und Luft- oder Wasserkühlung. Auch für Back-Connect-Builds ist das Gehäuse spannend, weil Kabel im Innenraum deutlich weniger sichtbar sind.
Wer dagegen ein möglichst kleines, dezentes oder komplett auf RGB-Show ausgelegtes Gehäuse sucht, wird beim Warthog wahrscheinlich nicht glücklich. Das Case will nicht verschwinden. Es will gesehen werden.
Wann erscheint das Corsair Warthog?
Ein Erscheinungsdatum für das Corsair Warthog Gehäuse steht noch aus, doch es ist davon auszugehen, dass es noch dieses Jahr erscheint. Ebenso ist der Preis bisher nicht bekannt.
Corsair bringt den Utility-Look zurück
Mit dem Warthog greift Corsair eine Gehäuse-Ära wieder auf, die viele Enthusiasten bis heute feiern. Das Case wirkt wie ein bewusstes „Back to the roots“: robuste Optik, Griffe, Schalter mit Cockpit-Flair und ein Design, das mehr Persönlichkeit zeigt als viele glatte Glas-Tower.
Gleichzeitig bleibt das Warthog technisch auf der Höhe: viel Platz für GPUs, starke Kühloptionen, Support für Back-Connect-Mainboards, GPU-Stütze, flexibles Lüfter-Mounting und ein durchdachtes Kabelmanagement.
Ob das Warthog am Ende ein echter C70-Nachfolger für 2026 wird, entscheidet sich mit Preis, Verfügbarkeit und ersten Tests. Die Richtung stimmt aber: Corsair bringt wieder ein Gehäuse, das nicht nur Hardware verstaut, sondern direkt eine Ansage macht.
Was sagst du zum Corsair Warthog: endlich wieder mehr Charakter im Gehäusemarkt oder zu viel Military-Look fürs Setup? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare!
