AMD baut die Unterstützung seiner Radeon-Grafikkarten für KI- und Compute-Anwendungen unter Windows weiter aus. Mit ROCm 10.1 gibt es jetzt einen eigenen Adrenalin-Treiber, der speziell für die aktuelle Version der ROCm-Plattform vorgesehen ist.
Unterstützt werden neben der Radeon-RX-9000-Serie auch zahlreiche Grafikkarten der RX-7000-Serie sowie die Radeon AI PRO R9700. Damit wird ROCm auch für Nutzer interessanter, die ihre Radeon-Grafikkarte neben Gaming für lokale KI, Machine Learning und andere GPU-beschleunigte Anwendungen einsetzen möchten.
Was ist AMD ROCm?
ROCm steht für Radeon Open Compute und ist AMDs offene Software-Plattform für GPU-beschleunigte Berechnungen. Sie umfasst unter anderem Laufzeiten, Compiler, Entwicklerwerkzeuge sowie optimierte Mathematik- und Compute-Bibliotheken.
ROCm bildet außerdem die Grundlage dafür, AMD-GPUs mit entsprechenden Anwendungen und Frameworks einzusetzen. Zum ROCm-Ökosystem gehört beispielsweise auch die Unterstützung von PyTorch für Machine-Learning- und KI-Workloads. Dadurch kann die Rechenleistung einer kompatiblen Radeon-Grafikkarte beispielsweise für lokale KI-Anwendungen, Machine Learning oder andere Compute-Aufgaben genutzt werden.
Vereinfacht gesagt übernimmt ROCm für AMD-GPUs eine ähnliche Rolle wie CUDA im NVIDIA-Ökosystem: Software kann auf die GPU zugreifen und deren Rechenleistung für entsprechend unterstützte Anwendungen nutzen.
Eigener Adrenalin-Treiber für ROCm 10.1
Passend zum Release von ROCm 10.1 hat AMD am 5. Oktober 2026 ein eigenes Treiberpaket für Windows veröffentlicht: AMD Software: Adrenalin Edition for ROCm 10.1.
Nach der Installation des Treibers muss ROCm selbst anschließend entsprechend der AMD-Dokumentation eingerichtet werden. Es handelt sich also nicht einfach um eine neue Option innerhalb der normalen Adrenalin-Software, mit der sich ROCm automatisch aktivieren lässt.
Der Treiber trägt die Versionsnummer 26.10.41.05 und unterstützt laut AMD sowohl Windows 11 als auch Windows 10. Dabei kann die konkrete Betriebssystemunterstützung je nach Radeon-Grafikkarte variieren.
Diese Radeon-Grafikkarten werden unterstützt
AMD nennt für den ROCm-10.1-Treiber folgende Grafikkarten:
- Radeon RX 9000
- Radeon AI PRO R9700
- Radeon RX 7900 GRE / RX 7900 XT / RX 7900 XTX
- Radeon RX 7800 XT
- Radeon RX 7700 / RX 7700 XT
- Radeon RX 7600
Damit umfasst der Windows-Treiber sowohl aktuelle RDNA-4-Grafikkarten der RX-9000-Serie als auch große Teile der vorherigen RX-7000-Generation.
ROCm auf Radeon-Grafikkarten unter Windows ist dabei grundsätzlich nichts völlig Neues. Entscheidend an diesem Release ist vielmehr, dass AMD jetzt ein eigenes Adrenalin-Treiberpaket speziell für ROCm 10.1 anbietet.
Was ist neu bei ROCm 10.1?
ROCm 10.1 bringt zahlreiche Änderungen innerhalb des gesamten Software-Stacks mit. AMD legt bei der neuen Version unter anderem einen Schwerpunkt auf den effizienteren Transport von Daten zwischen verschiedenen Teilen eines Systems.
Daneben wurden Compiler, Bibliotheken und Entwicklerwerkzeuge weiterentwickelt. Auch HIP, AMDs Programmiermodell für GPU-Computing, erhält mit ROCm 10.1 neue Funktionen. Dazu gehören beispielsweise zusätzliche APIs sowie Erweiterungen bei der Speicherverwaltung.
ROCm 10.1 ist dabei nicht ausschließlich für Radeon-Grafikkarten gedacht. Die Plattform unterstützt ebenfalls professionelle AMD-Hardware wie die Instinct-Beschleuniger. Der neue Adrenalin-Treiber macht jedoch deutlich, dass AMD auch Consumer- und Workstation-Radeons stärker in das ROCm-Ökosystem einbindet.
Was bringt ROCm auf einer Gaming-Grafikkarte?
Eine Radeon RX 9000 oder RX 7000 wird durch ROCm natürlich nicht plötzlich zu einer klassischen Rechenzentrums-GPU. Der Software-Stack ermöglicht es aber, die Rechenleistung kompatibler Radeon-Grafikkarten für unterstützte GPU-Compute- und KI-Anwendungen zu nutzen.
Interessant ist das beispielsweise für Nutzer, die mit Machine Learning arbeiten, lokale KI-Anwendungen oder Sprachmodelle auf dem eigenen Rechner ausführen oder entsprechende Software entwickeln möchten.
Welche Funktionen tatsächlich zur Verfügung stehen, hängt allerdings von der jeweiligen Hardware, dem Betriebssystem sowie der verwendeten Software ab. Nicht jede Funktion des umfangreichen ROCm-Stacks steht automatisch auf jeder unterstützten Radeon-GPU zur Verfügung.
AMD baut ROCm auf Radeon weiter aus
ROCm war lange vor allem im professionellen Compute- und HPC-Bereich ein Thema. Mit der zunehmenden Unterstützung von Radeon-Grafikkarten wird die Plattform aber auch für Desktop-PCs interessanter.
Der neue Adrenalin-Treiber für ROCm 10.1 ist ein weiterer Schritt in diese Richtung. Besitzer einer Radeon RX 9000 oder einer unterstützten RX-7000-Grafikkarte bekommen damit ein eigenes Windows-Treiberpaket für AMDs aktuelle Compute-Plattform.
Für Gaming selbst ändert sich dadurch zunächst nichts. Spannend wird ROCm vor allem dann, wenn die GPU neben Spielen auch für lokale KI, Entwicklung oder andere GPU-beschleunigte Workloads eingesetzt werden soll.


