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Blog Beitragsbild - DLSS 5 Intel Arc

DLSS 5 auf Intel Arc? Was eigentlich nach einer ziemlich ungewöhnlichen Kombination klingt, funktioniert zumindest als Technikexperiment tatsächlich. 



Ein Entwickler hat den Neural-Rendering-Pass von Nvidias DLSS 5 unabhängig nachgebaut und auf einer Intel Arc 140V zum Laufen gebracht – ganz ohne Nvidia-Grafikkarte, NGX oder CUDA.

Für flüssiges Gaming reicht die Leistung zwar noch lange nicht. Das Projekt zeigt aber, dass das neuronale Rendering technisch nicht zwangsläufig an eine GeForce RTX gebunden sein muss.

DLSS 5 läuft jetzt auf einer Intel Arc 140V

Zum Einsatz kommt eine Intel Arc 140V, also die integrierte Xe2-GPU aus Intels Lunar-Lake-Prozessoren. Der Entwickler hat dafür nicht einfach Nvidias bestehende DLSS-Bibliothek überredet, auf fremder Hardware zu starten.

Stattdessen wurde der eigentliche Inferenz-Durchlauf des Neural Renderings unabhängig nachgebaut. Berechnet wird das neuronale Netz direkt über Intels XMX-Matrixeinheiten und Vulkan. Nvidia-Hardware, CUDA oder Nvidias NGX-Laufzeit werden dafür nicht verwendet.

Genau das unterscheidet das Projekt von bisherigen Experimenten, bei denen Nvidias eigene DLSS-Bibliotheken weiterhin im Hintergrund zum Einsatz kamen.

Ganz ohne Nvidia-Dateien geht es allerdings trotzdem nicht: Die für das neuronale Netz benötigten Gewichte sind nicht Teil des Projekts. Nutzer müssen diese selbst aus einer vorhandenen nvngx_dlssnr.dll extrahieren. Das Repository enthält ausschließlich den dafür benötigten Code und keine Nvidia-Binärdateien oder Modellgewichte.

Intel XMX übernimmt die Berechnungen von DLSS 5

Die Berechnungen laufen über die XMX-Einheiten der Xe2-GPU. Dafür nutzt der Nachbau die Vulkan-Erweiterung VK_KHR_cooperative_matrix mit FP16-Berechnungen und FP32-Akkumulation.

Das neuronale Netzwerk bleibt dabei während der Berechnung vollständig auf der GPU. Der Pass wird über Vulkan direkt beim Ausgeben eines Frames eingeschleust. Dadurch kann der Ansatz auch bei Windows-Spielen funktionieren, die unter Linux über Proton und Vulkan ausgegeben werden.

Getestet wurde der Nachbau unter anderem mit Tekken 7, Dead or Alive 5 Last Round und Mortal Kombat 1. Dabei verändert das Neural Rendering Details, Texturen und teilweise auch die Darstellung von Gesichtern und Oberflächen. Je nach Spiel fällt das Ergebnis allerdings sehr unterschiedlich aus.

Das Ganze ist deshalb ausdrücklich als Forschungsprojekt und nicht als fertige Alternative für Spieler gedacht.

DLSS 5 auf Intel Arc ist noch extrem langsam

Der Haken wird beim Blick auf die Performance ziemlich deutlich.

Erste Messungen des Projekts lagen in Full HD bei gerade einmal rund 1,2 FPS. Seitdem wurde der Code jedoch weiter überarbeitet. Die aktuellen Messwerte vom 18. September 2026 fallen bereits deutlich besser aus.

AuflösungRender ScaleBerechnungszeitPerformance
512 × 2880,3572 ms13,9 FPS
640 × 3600,3574 ms13,5 FPS
854 × 4800,50105 ms9,5 FPS
1.024 × 7680,55168 ms6,0 FPS
1.920 × 1.0800,55412 ms2,4 FPS

Die Werte beziehen sich auf den Neural-Rendering-Durchlauf selbst und wurden ohne zusätzliche GPU-Last durch ein Spiel gemessen. In einem tatsächlichen Spiel fällt die Bildrate entsprechend niedriger aus. Tekken 7 erreicht beispielsweise bei 640 × 360 Pixeln rund 10,5 FPS.

Full HD mit 2,4 FPS ist natürlich weiterhin weit von einer spielbaren Umsetzung entfernt. Interessant ist aber, wie schnell sich der Nachbau bereits weiterentwickelt hat: Innerhalb kurzer Zeit konnte die gemessene Full-HD-Leistung gegenüber den ersten veröffentlichten Ergebnissen ungefähr verdoppelt werden.

Bedeutet das bald DLSS 5 für Intel Arc?

Das Projekt bildet lediglich den Neural-Rendering-Pass unabhängig nach. Funktionen, Softwareintegration, Treiberunterstützung und Optimierungen einer vollständigen offiziellen DLSS-Implementierung fehlen.

Auch die Hardware-Unterstützung ist aktuell stark eingeschränkt. Entwickelt und getestet wurde das Projekt auf einer Arc 140V unter Linux mit Mesa-Treiber. Eine Arc B580 hat zwar ebenfalls die benötigten Vulkan-Matrixfunktionen, getestet wurde der komplette Neural-Rendering-Pass darauf bislang aber nicht.

Gerade eine stärkere Desktop-GPU wäre für weitere Versuche jedoch interessant. Die Arc 140V ist schließlich eine integrierte GPU mit gemeinsam genutztem Systemspeicher und damit alles andere als das schnellste Stück Intel-Grafikhardware.

Ob sich der Nachbau auf einer Arc B580 oder zukünftigen Intel-GPUs deutlich beschleunigen lässt, müssen weitere Tests zeigen.

FAQ: DLSS 5 auf Intel Arc

Der Neural-Rendering-Pass von DLSS 5 wurde unabhängig nachgebaut und auf einer Intel Arc 140V ausgeführt. Es handelt sich jedoch nicht um einen offiziellen DLSS-5-Port von Nvidia.

Getestet wurde eine Intel Arc 140V auf Basis der Xe2-Architektur in einem Lunar-Lake-System.

Nach den aktuellen Messungen vom 18. September erreicht der Neural-Rendering-Durchlauf bei 1.920 × 1.080 Pixeln und einer Render Scale von 0,55 rund 2,4 FPS. Bei deutlich niedrigeren Auflösungen sind zweistellige Werte möglich.

Nicht vollständig. Nvidia-Code, NGX und CUDA werden nicht ausgeführt. Die Modellgewichte müssen jedoch aus einer eigenen DLSS-5-DLL extrahiert werden.

Die Arc B580 unterstützt laut Projekt die benötigten Cooperative-Matrix-Konfigurationen. Der komplette Nachbau wurde bislang allerdings nur auf der Arc 140V getestet.

DLSS 5 verliert ein Stück seiner Hardware-Exklusivität

Das Projekt macht vor allem eines deutlich: Das neuronale Netzwerk hinter DLSS 5 lässt sich grundsätzlich auch außerhalb einer GeForce-GPU ausführen.

Für die weitere Entwicklung rund um DLSS 5 auf Intel Arc dürfte das Experiment trotzdem interessant werden. Erst kürzlich wurde bereits daran gearbeitet, Neural Rendering auf AMD-Grafikkarten sowie ältere GeForce-Generationen zu bringen..

Sollten jetzt leistungsstärkere Arc-Grafikkarten folgen, dürfte vor allem interessant sein, wie groß der Abstand zur kleinen Arc 140V tatsächlich ausfällt.

Sind solche Community-Projekte nur technische Spielereien oder könnte Neural Rendering langfristig unabhängig vom GPU-Hersteller werden? Schreib uns deine Meinung gerne in die Kommentare!

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