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Tastatur Switches

Switch ist nicht gleich Switch – und wenn du denkst, dass alle Gaming-Tastaturen gleich funktionieren, liegst du daneben. Denn hinter jeder Taste steckt ein ausgeklügelter Mechanismus, der dein Spiel- oder Tippgefühl maßgeblich beeinflusst. Ob linear, taktil oder clicky – jede Switch-Art fühlt sich anders an und bringt eigene Vor- und Nachteile mit.



Was genau ein Switch ist, wie er aufgebaut ist und worauf du beim Kauf achten solltest, erfährst du in diesem Blog. Wir erklären dir außerdem Begriffe wie Auslösepunkt, Betätigungsweg oder magnetische Switches – und am Ende weißt du ganz genau, welcher Switch zu deinem Stil passt.

Wie du den richtigen Switch wählst 

Bevor wir ins Detail gehen, ist hier eine Übersicht mit den wichtigsten Faktoren, die du beim Kauf einer Tastatur oder neuen Switches beachten solltest. 

  1. Auslösepunkt und Schaltweg
  • Auslösepunkt: Der Punkt, an dem das Signal registriert wurde – für Vielschreiber ist ein verzögerter Auslösepunkt von Vorteil, für FPS-Games ein schneller Actuation Point
  • Pre-Travel: Weg vom Ausgangspunkt bis zum Auslösepunkt
  • Total-Travel: Maximaler Tastenhub
  • Reset-Point: Der Punkt, an dem der Switch beim Loslassen wieder entspannt
  1. Die Auslösekraft
  • Die Kraft, die nötig ist, um den Auslösepunkt zu erreichen – gemessen in Gramm. Leichte Switches eignen sich besser für Schreiben, schwere Switches für mehr Kontrolle
  1. Haptisches Feedback
  • Je nach Switch-Art bekommst du ein anderes (oder gar kein) Feedback. 
  1. Lautstärke
  • Variiert je nach Switch-Art

Was genau ist ein Tastatur-Switch überhaupt? 

Der Aufbau des Switches bestimmt, ob dieser einen linearen, taktilen oder clicky Widerstand hat. Aber kommen wir zuerst zu dem allgemeinen Aufbau: 

  • Der Stem
  • Die Feder
  • Das Gehäuse
  • Der Kontaktpunkt

Aus diesen vier Sachen besteht ein Switch. Die folgende Abbildung zeigt dir den konkreten Aufbau. 

Aufbau eines Tastatur-Switches

Der Stem eines mechanischen Switches bei Gaming-Tastaturen

Das wichtigste Element eines Switches ist der Stem (Stößel). Er macht den Switch entweder linear, taktil oder clicky. Wie genau? Der Stem besteht aus mehreren kleinen Teilen, von denen insbesondere die Füße einen hohen Stellenwert haben. Diese zwei symmetrischen Ausbuchtungen vorne sehen bei jeder Switch-Art unterschiedlich aus. 

  • Füße eines linearen Stems: Die Füße sind typischerweise gerade. Das Betätigen fühlt sich dadurch sanft und widerstandslos an.
  • Füße eines taktilen Stems: Die Füße verlaufen nicht gerade, sondern besitzen Ausbuchtungen. Dadurch kommt der taktile Widerstand zustande. Die Ausbuchtungen können je nach Switch unterschiedlich groß sein, sodass sich der taktile Widerstand auch stärker oder schwächer anfühlen kann. 

Die clicky-Stems dagegen sind etwas komplizierter aufgebaut. 

Clicky Stem eines Switches

Füße eines clicky Stems: Es gibt zwei Arten eines clicky-Stems. Der Click-Jacket Stem besteht aus zwei Teilen: einem Befestigungsmechanismus und einem Pfahl sowie das Click-Jacket, das die eigentlichen Füße darstellt, die auch Erhebungen haben. Drückst du den Switch, springt dieser Teil nach Kontakt mit dem Blatt nach unten, sodass du den typischen Click-Sound hörst. Beim Click-Bar-Stem dagegen befindet sich an der Seite des unteren Gehäuseteils die Click-Bar, die durch einen Fuß an der Rückseite heruntergedrückt wird und so den Sound erzeugt. 

Zudem befindet sich am Stem unten der Pfahl, dessen Länge entscheidet, wie schnell du die Taste drückst. 

Die Feder eines Tastaturschalters

Die Feder stellt das zweitwichtigste Element eines Switches dar. Sie bestimmt die Betriebs- und Auslösekraft – oder, wie man es einfach sagen kann, wie doll du die Taste drücken musst, um eine Aktion auszulösen. 

Das Gehäuse eines Schalters

Der obere und untere Teil des Gehäuses halten den Switch zusammen. Beim unteren Teil ist zu erkennen, ob es ein Switch für Plate-Mount oder PCB-Mount ist. Der Unterschied zwischen den beiden Mounts besteht in der Anzahl der Pins und der Befestigung – der PCB-Mount hat fünf Pins und lässt sich direkt auf der Platte befestigen, der Plate-Mount hat nur drei Pins und benötigt zum Befestigen eine Switch-Platte. Doch nicht nur die Befestigung ist wichtig – auch die Ausrichtung der LED spielt eine Rolle, insbesondere wenn du Wert auf RGB-Effekte oder bestimmte Keycaps legst.

3-Pin-Switch vs 5-Pin-Switch 

Neben der Art der Befestigung gibt es noch weitere Unterschiede zwischen Switches mit drei Pins und fünf Pins.

3-Pin-Switches 

Tastatur-Schalter mit drei Pins sind ein wenig instabiler. Trotzdem halten sie sicher, solange du nicht regelmäßig wild auf die Tasten haust. Sie bieten eine hohe Kompatibilität und sind deshalb mit vielen gängigen Gaming- und Barebone-Tastaturen kompatibel, wobei sie einfach zu befestigen sind.

5-Pin-Switches

Switches mit fünf Pins sind dank zwei zusätzlichen Pins stabiler als 3-Pin-Switches. Dadurch fühlt sich ein Tastendruck konsistenter an. Die Installation kann unter Umständen komplizierter sein. Inzwischen gibt es viele Tastaturen, die mit 5-Pin-Switches kompatibel sind. Wenn du viel und intensiv spielst, sind 5-Pin-Switches die bessere Wahl, um lange Spaß damit zu haben. 

North- und South-Facing RGB-Beleuchtung

Wenn du Wert auf RGB-Beleuchtung legst, wirst du auf Begrifflichkeiten wie North- und South-Facing RGB-Beleuchtung stoßen. 

  • North-Facing (nach oben gerichtete) LEDs befinden sich oberhalb des Switches. Sie sorgen insbesondere bei durchsichtigen Keycaps oder Shine-Through-Keycaps für eine starke Ausleuchtung. Allerdings passen sie mit einigen Cherry-Profile-Keycaps nicht zusammen, sodass diese dann instabiler sind. 
  • South-Facing (nach unten gerichtete) LEDs leuchten abgewandt vom Benutzer. Zwar ist die RGB-Beleuchtung damit etwas dezenter, doch dank der hohen Kompatibilität mit Keycaps sind Switches mit South-Facing-LEDs beliebter bei Moddern.

Wenn du deine eigene Custom-Tastatur zusammenbauen möchtest, solltest du auf die Ausrichtung der RGB-Beleuchtung achten. 

Das Kontaktblatt eines Keyboard-Switches

Die Füße des Stems drücken die beiden Teile des Kontaktblatts zusammen. Dadurch wird im Endeffekt der Tastendruck ausgelöst. 

Nun hast du einen Überblick über die Bestandteile eines Switches bekommen und weißt, wie genau die Unterschiede bei den Switches zustande kommen. Als Nächstes erkläre ich dir die einzelnen Switch-Arten und für wen sie sich eignen. 

Linear, Taktil, Clicky – mechanische Switch-Arten im Vergleich

Die mechanischen Switches teilen sich in drei verschiedenen Switch-Arten auf. Hier hast du einen Überblick. 

EigenschaftLineare SwitchesTaktile SwitchesClicky Switches 
Tippgefühlkein Feedback beim Tippen, schnelleres Drückenhaptisches Feedback beim Drücken, härterer Druck nötighaptisches Feedback
Lautstärkekaum zu hörenmoderat, nicht unbedingt lautsehr laut, Klickgeräusch

Lineare Switches haben einen reibungslosen Tastenhub ohne spürbares Feedback. Sie lassen sich deshalb leicht drücken und eignen sich prinzipiell für jede Anwendung. Im Büro machen sie sich gut, weil du damit deine Kollegen nicht störst. Allgemein sind diese Switches eine gute Wahl, wenn du dich und andere nicht mit störenden Klickgeräuschen ablenken möchtest. 

Die taktilen Switches besitzen ein haptisches Feedback beim Tippen. Je nach Switch ist dieses Feedback an unterschiedlichen Positionen. Dadurch weißt du, dass eine Taste gedrückt wurde. Sie ist der Mittelweg zwischen linearen und Clicky Switches und ist insbesondere bei FPS-Gamern beliebt. 

Der Clicky Switch hat ebenso ein haptisches Feedback – gleichzeitig sind die Switches laut und nicht zu empfehlen, wenn du in einem Großraumbüro sitzt. Trotzdem sind sie bei Vielschreibern beliebt, da sie durch den Klang beim Tippen einfach Spaß machen. In Games dagegen könnten sie allerdings schnell ablenkend sein. 

Ducky One 2 TKL mit taktilen Cherry MX Brown-Switches

Die Cherry MX Brown-Switches sind wohl die bekanntesten taktilen Switches. Diese sind auch in der Ducky One 2 TKL verbaut: 

Ducky One 2 TKL mit Cherry MX Brown Switches

Die Akko MonsGeek M1 V5: Gaming-Tastatur mit linearen Rosewood-Switches

Die Akko MonsGeek M1 V5 kommt in einem 75-%-Format, mit schicker RGB-Beleuchtung und mechanischen linearen Rosewood-Switches. 

Akko Monsgeek M1 V5 mit linearen Rosewood-Switches

Ducky One 3 Pro Nazca Line mit clicky-Switches

Bei der Ducky One 3 Pro Nazca Line Gaming-Tastatur kommen die Cherry MX Blue Switches zum Einsatz. Außerdem ist sie mit einer sehr hohen Polling-Rate von 8.000 Hz ausgestattet, wodurch deine Eingaben schneller als mit einer herkömmlichen 1.000-Hz-Tastatur an deinen Gaming-PC gesendet werden. Mehr dazu liest du in unseren Blog Gaming-Mäuse und -Tastaturen mit 8.000 Hz: Gimmick oder Vorteil?

Ducky One 3 Pro Nazca Line mit Cherry MX Blue Switches

Alternative Switch-Technologie – magnetische Hall-Effect-Switches

Neben den drei typischen Switch-Arten gibt es auch eine andere Switch-Technologie: die sogenannten Hall-Effect-Switches oder Ducky`s analoge induktive Switches. Seit der Wooting 60 HE-Gaming-Tastatur, die ebenso Hall-Effect-Schalter verbaut hat, haben diese magnetischen Switches an Beliebtheit gewonnen.

Prinzipiell gehören sie auch zu den linearen Switches, aber aufgrund ihrer Besonderheiten sind sie es wert, genauer darauf einzugehen. 

Im Gegensatz zu mechanischen Switches erkennen sie den Abstand zur Grundstellung kontinuierlich. Dadurch werden besondere Features möglich: 

  • frei einstellbarer Auslösepunkt 
  • Rapid Trigger
  • Mehrere Aktionen auf einem Tastenhub 

Gehen wir auf diese Features genauer ein. Der Auslösepunkt ist der Punkt, an dem die Taste die Aktion ausführt. Bei den normalen mechanischen Switches kann dieser Punkt weiter oben liegen und die Taste führt die Aktion schneller aus, als wenn der Punkt weiter unten liegt. 

Die magnetischen Switches ermöglichen dir aber das freie Anpassen dieses Auslösepunktes. Diese Feinjustierung macht die Switches für jedes Szenario optimal – ob für Schreiben, wo der Auslösepunkt weiter unten ist, um Fehler zu verringern, oder für FPS-Shooter, in denen das schnelle Ausführen einer Aktion dein Gewinn sein kann. 

Die beiden anderen Features sind für Ego-Shooter-Gamer sehr interessant: Rapid Trigger bietet dir eine wesentlich präzisere und schnellere Reaktion der Tasten. Zudem kannst du bei diesen Switches mehrere Aktionen auf eine Taste legen – ein leichter Tastendruck lässt deinen Ingame-Charakter im normalen Tempo gehen, ein fester Tastendruck lässt ihn rennen. 

Die Ducky One X Gaming-Tastatur mit analog-induktiven Switches

Ducky One X

Mit der One X hat Ducky die erste Tastatur mit analog-induktiven Switches auf den Markt gebracht. Ihr geringer Energieverbrauch macht eine Nutzung ohne störendes Kabel möglich. Ein Klick auf das Bild führt dich auf den Blog, in dem wir alle wichtigen Informationen zusammengetragen haben.

Endgame Gear KB65HE: Gaming-Keyboard mit Hall-Effect-Switches 

Die Endgame Gear KB65HE Gaming-Tastatur ist mit magnetischen Hall-Effect-Switches ausgestattet. Sie bietet dieselben Features wie die Ducky One X – allerdings ist sie nur mit Kabel nutzbar. Dafür bekommst du eine Tastatur mit 8.000 Hz Polling-Rate. 

Endgame Gear KB65HE Gaming-Tastatur

Finde jetzt den passenden Tastaturschalter

Wenn du auf der Suche nach einer neuen Tastatur oder Switches für deine Custom-Tastatur bist, ist die erste Frage, die du dir stellen solltest: Wofür brauche ich die Tastatur? Danach die Frage: Stört es dich, wenn du deine Tasten beim Tippen einen Klang von sich geben? Ist die Tastatur für zuhause oder für dein Büro? 

Nachdem du diesen Blogeintrag gelesen hast, bist du in der Lage, den besten Switch für deinen Anwendungsbereich zu finden. Und das Beste? Bei Caseking hast du eine breite Auswahl an verschiedenen Tastaturen und Switches. Schau dir jetzt unser Sortiment an! 

Worauf du beim Kauf einer Tastatur noch achten solltest 

Nun hast du den besten Switch für dich gefunden, aber du bist überfordert mit den verschiedenen Größen – Full-Size, TKL, Tastaturen mit 75-% und 60-%-Layout? Wirf einen Blick in unseren Blog zum Thema Gaming-Tastatur-Größe und du wirst am Ende wissen, welche Größe für dich am besten geeignet ist.

Bestimmt hast du es selbst schon einmal selbst erlebt – deine Handgelenke und Arme tun nach langen Gaming-Sessions oder Schreib-Sessions weh. Dafür gibt es auch eine einfache Lösung: Handballenauflagen. Auch darüber haben wir bereits einen Blog veröffentlicht, in dem du alle Informationen über ergonomische Handballenauflagen findest. 

Du hast Lust, dein eigenes Custom-Keyboard zusammenzustellen? 

Wenn du deine individuelle Gaming-Tastatur zusammenstellen möchtest, haben wir genau das Richtige für dich. Barebone-Tastaturen sind der Schlüssel – du kannst frei entscheiden, welche Switches und welche Keycaps du haben möchtest. In einem anderen Blog erfährst du mehr über unsere selbst konfigurierbaren Glorious Gaming GMMK3-Tastaturen

Neben Konfiguratoren für Glorious GMMK-Keyboards bieten wir auch individuell anpassbare Ducky-Tastaturen sowie Inspiration für dein nächstes Peripherie-Setup. Auf unserer Custom-Tastatur-Seite findest du alles – von Konfiguratoren, Barebone-Keyboards, Keycaps bis hin zu verschiedenen Switches. 

Du hast noch Fragen? Oder möchtest mitteilen, für welchen Switch du dich entschieden hast? In unserem Kommentarbereich unten hast du jetzt die Möglichkeit dazu.

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