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Der Steam Controller ist Valves neuer Versuch, PC-Gaming bequemer aufs Sofa zu bringen – und diesmal wirkt der Ansatz deutlich reifer als beim ersten Modell.
Nachdem der originale Steam Controller von 2015 bis 2019 erhältlich war, aber wegen seiner ungewöhnlichen Bedienung mit zwei Trackpads nie den ganz großen Durchbruch schaffte, startet Valve nun einen zweiten Anlauf.
Der neue Controller soll die Stärken klassischer Eingabegeräte mit den besonderen Möglichkeiten von Steam Input verbinden. Also: normale Sticks und Buttons für vertrautes Spielen, dazu Trackpads, Gyro-Steuerung, Rückseitentasten und umfangreiche Anpassungsoptionen für PC-Spiele, die eigentlich nie für Controller gedacht waren.

Wann erscheint der Steam Controller?
Der neue Steam Controller soll Anfang Mai 2026 erscheinen. In der Berichterstattung wird je nach Quelle der 4. beziehungsweise 5. Mai 2026 genannt. Sicher ist: Valve bringt den Controller noch vor der neuen Steam Machine und dem Steam Frame auf den Markt.
Das hat einen einfachen Grund. Während Steam Machine und Steam Frame durch die angespannte Lage bei Speicherpreisen und RAM-Verfügbarkeit ausgebremst werden, kann Valve den Controller früher veröffentlichen. Der braucht schließlich keinen Arbeitsspeicher und ist dadurch deutlich weniger stark von den aktuellen Hardware-Engpässen betroffen.
Wie viel kostet der Steam Controller?
Preislich liegt der Steam Controller bei 99 Euro beziehungsweise 99 US-Dollar. Damit positioniert Valve ihn oberhalb vieler klassischer Standard-Gamepads, aber noch unter besonders teuren Pro-Controllern.
Der neue Steam Controller soll nicht nur ein normaler Xbox-Controller-Ersatz sein, sondern ein spezielles Eingabegerät für PC-Spieler, die mehr Kontrolle, mehr Anpassung und mehr Möglichkeiten in Steam wollen.
Valve bewirbt den Controller als Brücke zwischen klassischem Gamepad, Maus und Tastatur. Genau das war schon die Idee hinter dem ersten Steam Controller.
Der Unterschied: 2026 kann Valve auf ein deutlich stärkeres Steam Input, die Erfahrungen mit dem Steam Deck und eine Spielerschaft setzen, die Trackpads, Gyro-Steuerung und Community-Layouts inzwischen viel besser kennt als noch vor zehn Jahren.
2015: Ein Controller, der anders sein wollte
Der erste Steam Controller erschien 2015 und war schon damals kein gewöhnliches Gamepad. Statt einfach das klassische Xbox-Layout nachzubauen, setzte Valve auf zwei große Trackpads, haptisches Feedback und eine extrem flexible Konfiguration über Steam Input.

Die Idee war mutig: PC-Spiele sollten auch dann auf dem Sofa spielbar werden, wenn sie gar keine native Controller-Unterstützung hatten.
Genau dieses Konzept machte den Controller aber auch sperrig. Eine kleine, sehr treue Community liebte die Möglichkeiten, die Trackpads und die frei belegbaren Steuerprofile. Viele andere Spieler wurden mit der ungewohnten Bedienung, der Lernkurve und dem Layout nicht warm. Der Controller blieb ein Nischenprodukt und wurde schließlich nur bis 2019 verkauft.
2019 war Schluss – aber die Idee blieb
Mit dem Ende des ersten Steam Controllers war die Idee aber nicht tot. Sie wanderte in gewisser Weise ins Steam Deck. Valves Handheld kombinierte klassische Sticks und Buttons mit Trackpads, Gyro-Steuerung und der Steam-Input-Software. Plötzlich hatten viele Spieler täglich genau die Steuerungsfunktionen in der Hand, die beim ersten Steam Controller noch erklärungsbedürftig wirkten.
Der neue Steam Controller 2026 greift diese Entwicklung sichtbar auf. Er wirkt wie ein Steam Deck ohne Bildschirm: vertraute Buttons, zwei Sticks, zwei Trackpads, Gyroskop, zusätzliche Rückseitentasten und umfangreiche Software-Anpassung.
Alt vs. Neu – Unterschiede der Steam Controller
Valve hat den Controller nicht einfach neu aufgelegt, sondern technisch umfassend modernisiert. Der neue Steam Controller bringt klassische Gamepad-Elemente mit PC-spezifischen Eingabemöglichkeiten zusammen.
Er soll also nicht nur ein weiterer Controller sein, sondern ein Werkzeug für Steam-Spieler, die mehr wollen als Standardbelegung und Plug-and-play.
Der größte Unterschied liegt in der Zugänglichkeit. Der erste Steam Controller war ein radikaler Entwurf. Der neue Controller bleibt zwar ungewöhnlich, kombiniert seine Spezialfunktionen aber stärker mit bekannten Gamepad-Elementen. Zwei vollwertige Sticks, ABXY-Tasten, D-Pad, Trigger und Rückseitentasten machen ihn für viele Spieler vertrauter.
Die TMR-Sticks sollen langlebiger sein, die Trackpads sind präziser, das haptische Feedback wurde ausgebaut, der Puck vereint Funkempfänger und Ladestation, und Steam Input ist durch Steam Deck und jahrelange Weiterentwicklung deutlich reifer als zur Zeit des Originals.
Die technischen Daten des Steam Controller im Überblick:
| Merkmal | Steam Controller 2026 |
| Preis | 99 Euro / 99 US-Dollar |
| Verkaufsstart | ab 4. Mai 2026, teils 5. Mai als Bestellstart genannt |
| Gewicht | 292 g |
| Größe | 159 × 111 × 57 mm |
| Verbindung | USB, Bluetooth, 2,4-GHz-Funk über Puck |
| Akku | 8,39 Wh, über 35 Stunden Laufzeit |
| Sticks | magnetische TMR-Thumbsticks |
| Trackpads | 2 × 34,5 × 34,5 mm mit haptischem Feedback |
| Zusatztasten | vier rückseitige Tasten |
| Sensorik | Gyroskop, kapazitive Sensoren in Griffen und an den Sticks |
| Kompatibilität | PC, Linux, Mac, Steam Deck, mobile Geräte mit Steam; keine Konsolen-Kompatibilität |
Die Daten zeigen ziemlich klar, wohin Valve will: Der Controller soll sich wie ein modernes PC-Gamepad anfühlen, aber gleichzeitig mehr Eingabemöglichkeiten bieten als ein Standard-Xbox- oder PlayStation-Controller.
TMR-Sticks gegen Stick-Drift
Eine der wichtigsten Neuerungen sind die magnetischen TMR-Sticks. TMR steht für Tunnel Magnetoresistance. Vereinfacht gesagt messen diese Sticks Bewegungen kontaktlos über Magnetfelder und sollen dadurch präziser und langlebiger arbeiten als klassische Potentiometer-Sticks. Vor allem das bekannte Problem von Stick-Drift soll dadurch deutlich reduziert werden.

In ersten Tests schnitten die Sticks sehr gut ab. Die Totzone lässt sich sehr klein einstellen, wodurch der Stick bereits auf leichte Bewegungen reagieren kann. Für präzises Zielen, Kamerasteuerung und Menüführung ist das ein klarer Pluspunkt.
Trackpads bleiben das Herzstück
Die zwei Trackpads sind wieder das auffälligste Merkmal des Controllers. Sie messen jeweils 34,5 × 34,5 mm, bieten haptisches Feedback und können Mausbewegungen, Klicks, Scrollen oder Gesten abbilden. Damit lassen sich Menüs, Inventare, Strategiekarten oder PC-Oberflächen deutlich besser steuern als mit einem normalen Analogstick.
Ein klassisches Gamepad ist in vielen PC-Spielen schnell am Limit, sobald Mauszeiger, Hotkeys oder verschachtelte Menüs ins Spiel kommen. Der Steam Controller gibt euch dafür zusätzliche Eingabeflächen, ohne dass ihr sofort wieder zu Maus und Tastatur greifen müsst.
Gyro, Grip Sense und Rückseitentasten
Dazu kommen ein Gyroskop, kapazitive Sensoren in den Griffen und vier Tasten auf der Rückseite. Die Griffsensoren können erkennen, ob du den Controller aktiv hältst, und damit zum Beispiel das Gyro-Aiming aktivieren. In Shootern oder Actionspielen kannst du den rechten Stick für grobe Bewegungen nutzen und per Gyro fein nachjustieren.

Die vier Rückseitentasten sind ebenfalls ein echter Komfortgewinn. Du kannst Springen, Ausweichen, Nachladen oder Ducken darauf legen und behältst den rechten Daumen weiter auf Stick oder Trackpad. Wer einmal mit solchen Zusatztasten gespielt hat, will in schnellen Spielen oft nur schwer wieder zurück.
Steam Input ist die eigentliche Superkraft
Der neue Steam Controller lebt vor allem von Steam Input. Über Valves Eingabesystem konfigurierst du nahezu jedes Bedienelement frei pro Spiel. Tasten, Sticks, Trigger, Trackpads und Gyro lassen sich einzeln anpassen, mit Makros versehen, in mehrere Ebenen aufteilen oder mit Tastatur- und Mausbefehlen kombinieren.
Das ist mächtig, aber nicht immer selbsterklärend. Wer nur einen Controller anschließen und sofort losspielen will, wird viele Möglichkeiten wahrscheinlich nie nutzen. Wer sich dagegen gern eigene Layouts baut, Community-Profile lädt oder einzelne Spiele perfekt auf den eigenen Spielstil zuschneidet, bekommt ein extrem flexibles Werkzeug.
Problemlose Funktionalität in Controller-Spielen
In Spielen mit nativer Controller-Unterstützung verhält sich der Steam Controller zunächst wie ein klassisches Gamepad. Ein Shooter wie Destiny 2 erkennt ihn direkt, und du kannst ohne lange Einrichtung loslegen.
Danach lassen sich die Vorteile ausbauen: Springen oder Rutschen auf die Rückseitentasten legen, Gyro-Aiming ergänzen oder häufig genutzte Aktionen auf ein Trackpad setzen.
In PC-Spielen ohne Controller-Support wird es spannend
Der eigentliche Reiz entsteht bei Spielen, die nie für Controller gedacht waren. Hier kann Steam Input Maus- und Tastatureingaben auf den Controller übersetzen. Im Test funktionierte das etwa bei Spielen ohne klassische Controller-Unterstützung grundsätzlich gut, wenn man bereit war, Layouts anzupassen oder Community-Profile zu nutzen.
Besonders praktisch ist das bei Titeln mit vielen Hotkeys, Inventaren oder Menüs. Du kannst Trackpads als Maus verwenden, Shortcuts auf Tasten legen und sogar Makros bauen. Damit wird aus einem Gamepad eher eine kleine Steuerzentrale für PC-Spiele.
Der Einsatzbereich des Steam Controllers
Der neue Steam Controller ist kein Gamepad für jeden Zweck, sondern besonders stark in bestimmten Szenarien.

Couch-Gaming am PC
Wer seinen Gaming-PC am Fernseher nutzt, bekommt mit dem Steam Controller ein starkes Werkzeug. Dank Trackpads kannst du auch Desktop-Oberflächen, Launcher, Menüs und Maus-lastige Spiele steuern, ohne ständig zur Maus greifen zu müssen.
Der mitgelieferte Puck dient dabei als 2,4-GHz-Empfänger und magnetische Ladestation. Bis zu vier Steam Controller sollen sich für lokale Sessions mit einem Puck verbinden lassen.
Steam-Deck-Spieler fühlen sich schnell zu Hause
Wer ein Steam Deck besitzt, kennt die Grundidee bereits. Trackpads, Community-Layouts, Gyro, Steam-Taste und Big-Picture-Modus sind vertraut. Der neue Steam Controller bringt dieses Bediengefühl an den Desktop-PC oder Fernseher. Das ist besonders praktisch, wenn du deine Steam-Bibliothek ohnehin stark über Profile und Layouts organisierst.
Bastler bekommen ein echtes Spielzeug
Der Controller richtet sich klar an Spieler, die gern optimieren. Du kannst Makros erstellen, Eingaben staffeln, Gyro nur beim Zielen aktivieren, Trackpads als Mausrad nutzen oder mehrere Belegungsebenen bauen.
In Crimson Desert ließ sich im Test beispielsweise eine komplexe Tastenkombination als Makro auf eine einzelne Taste legen; zusätzlich wurde Gyro-Aiming über Maus-Simulation ergänzt.
Wo stößt der Steam Controller 2026 an seine Grenzen?
So stark das Konzept auch ist, ganz ohne Haken kommt der neue Steam Controller nicht.

Ohne Steam Input verliert er viel von seinem Sinn
Der Controller ist eng auf Steam und Steam Input ausgelegt. Steam wird nicht nur für Firmware-Updates und Konfiguration gebraucht, sondern auch für viele Kernfunktionen. PC-Spiele aus anderen Quellen musst du im Normalfall erst zu Steam hinzufügen, damit die Steuerung sauber funktioniert. Konsolen werden nicht unterstützt.
Gerade der Xbox Game Pass unter Windows ist derzeit ein Knackpunkt. Bei Epic Games Store oder GOG kann man häufig die jeweilige EXE-Datei in Steam einbinden. Bei Game-Pass-Titeln verhindert die Xbox-App unter Windows 11 aber oft genau diesen Weg, weil Installationen auf Systemebene stärker abgeschottet sind.
Nicht jedes Spiel spielt mit
Ein weiteres Problem liegt nicht am Controller, sondern an den Spielen. Manche Titel können nicht gleichzeitig Controller- und Maus/Tastatur-Eingaben verarbeiten. Dann musst du dich entscheiden: Entweder du bleibst im Controller-Modus oder du baust die komplette Tastatursteuerung auf den Controller um. Das kann funktionieren, kostet aber Zeit und ist nicht immer elegant.
Vor allem komplexe Strategiespiele bleiben eine Herausforderung. Total War: Warhammer 3 oder Anno 1800 lassen sich mit Trackpad, Modifikatoren und Makros grundsätzlich steuern, bleiben aber langsamer und indirekter als mit Maus und Tastatur.
Für gemütliches Couch-Spiel kann das reichen. Für hohe Spielgeschwindigkeit, Mikromanagement und präzise Massenbefehle bleibt die klassische PC-Eingabe im Vorteil.
Trigger und Hardware-Anpassung sind nicht perfekt
Auch bei der Hardware gibt es Kritik. Erste Tests bemängelten unter anderem die Trigger, die wenig Widerstand bieten und keine Trigger-Sperre besitzen. Außerdem fehlen modulare Hardware-Optionen wie austauschbare Sticks oder ein wechselbares D-Pad, wie man sie von manchen High-End-Controllern kennt.
Dazu kommt eine berichtete Polling-Rate von 250 Hz beziehungsweise 4 ms, die für Couch-Gaming völlig okay sein dürfte, aber nicht zwingend das ist, was kompetitive Spieler von einem Controller im High-End-Segment erwarten.
Für wen lohnt sich der neue Steam Controller?
Der Steam Controller 2026 lohnt sich vor allem für dich, wenn du regelmäßig am PC spielst, stark in Steam unterwegs bist und gern an Steuerungen feilst. Besonders spannend ist er für Couch-Gaming, Steam-Deck-Fans, Spieler mit großer Steam-Bibliothek und alle, die PC-exklusive Genres bequemer vom Sofa aus spielen wollen.

Weniger passend ist er, wenn du einfach nur ein unkompliziertes Standard-Gamepad suchst. Wer mit einem Xbox Wireless Controller, DualSense oder einem klassischen Pro-Controller bereits rundum zufrieden ist, bekommt beim Steam Controller zwar mehr Möglichkeiten, muss dafür aber auch mehr Zeit investieren.
Genau das war schon 2015 der Knackpunkt – und genau daran wird sich auch 2026 entscheiden, wie groß Valves zweiter Controller-Anlauf wird.
Kein Gamepad für alle, aber ein spannender Neustart
Der neue Steam Controller ist kein normaler Controller. Er ist Valves Versuch, die Lücke zwischen Maus, Tastatur, Gamepad und Steam Deck zu schließen. Diesmal wirkt der Ansatz deutlich ausgereifter als 2015: bessere Sticks, mehr klassische Bedienelemente, stärkere Haptik, Steam-Deck-Erfahrung im Rücken und eine Software, die heute viel weiter ist.
Trotzdem bleibt der Steam Controller ein Spezialist. Wer ihn wie ein normales Gamepad nutzt, schöpft sein Potenzial kaum aus. Wer sich aber auf Trackpads, Gyro, Makros und Steam Input einlässt, bekommt ein außergewöhnlich flexibles Eingabegerät für PC-Gaming. Genau deshalb könnte der zweite Steam Controller dort Erfolg haben, wo der erste noch zu früh dran war.
Ist der Steam Controller für dich ein spannender Neuanfang für Valves Gamepad, oder wieder nur ein Spezialfall für eine Nische? Schreib uns deine Meinung gerne in die Kommentare!



Den neuen Steam Controller würde ich schon gerne mal testen und in meine Kollektion aufnehmen, aber knapp 100 Euro sind echt schon ein Brett.
Den original Steam Controller hab ich leider auch verpasst, die gab es ja mal recht günstig zum Schluss.
Mal schaun wie sich der Preis entwickelt, vielleicht geht der ja irgendwann nach unten.